Unser Gewinn ist Ihr Gewinn
Nach drei herausfordernden Jahren hat gebana 2025 endlich wieder einen Gewinn erzielt – wir teilen diesen zu je einem Drittel mit Kund:innen, Mitarbeitenden und Aktionär:innen. Für Geschäftsführer Christophe Schmidt ist es die erste Gewinnverteilung, er ist seit 2022 bei gebana.
Christophe Schmidt, CEO gebana AG
Warum teilt gebana den Unternehmensgewinn?
Christophe Schmidt: Bei gebana handeln wir nicht isoliert, sondern als Teil eines Systems, zu dem neben uns als Mitarbeitenden auch die Kund:innen, Produzent:innen und die Aktionär:innen zählen. Ganz im Sinne von WE are changing the rules / YOU are changing the rules. Gemeisam arbeiten wir daran, den globalen Handel zu ändern. Wir haben dabei auch hohe Erwartungen an unsere Kund:innen. Etwa, dass sie Früchte früh vorbestellen oder Grosspackungen teilen. Wenn es gut läuft und wir Gewinn erzielen, sollen alle in diesem System profitieren.
Konkret bedeutet das: Wir teilen dieses Jahr 500’000 Franken des Gewinns mit unseren Kund:innen – in Form von 20 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment, bis dieser Betrag aufgebraucht ist.
Dies ist deine erste Gewinnverteilung als Geschäftsführer von gebana. Gab es so etwas bei den Unternehmen, bei denen du bisher gearbeitet hast?
In anderen Unternehmen wäre nur schon die Idee verrückt, den Gewinn mit den Kund:innen zu teilen. Die Gewinnverteilung bei gebana ist durch das Teilen viel präsenter und spürbarer. Es ist unser Gewinn und wir machen etwas damit. Wir bewirken echte Veränderung mit diesem Geld. Er ist bei uns viel mehr als eine Kennzahl für Investoren.
Wieso hat gebana in den letzten drei Jahren keinen Gewinn erzielt?
Mit dem Ausbruch des Ukrainekriegs, steigenden Energiekosten und der Inflation geriet der Biomarkt in eine tiefe Krise. Für viele Menschen wurden Biolebensmittel zu teuer, zahlreiche Unternehmen und Marken verschwanden vom Markt. Diese Situation stellte auch das wirkungs- und gewinnorientierte Modell von gebana in Frage.
Dass wir 2025 wieder einen Gewinn erzielen konnten, zeigt: Unser Modell funktioniert weiterhin. Der Gewinn ist dabei eine wichtige Messgrösse – mindestens so wichtig ist aber, dass wir in all dieser Zeit unsere Wirkung weiter erhöht haben. Entscheidend ist für mich, dass es uns noch gibt und dass unsere Kund:innen uns treu geblieben sind.
Findest du es fair, dass Aktionär:innen bei gebana nichts vom Gewinn abbekommen?
Das ist ein bewusster Entscheid der Aktionär:innen selbst – ihr Gewinnanteil wird in gebana investiert. Es geht hier weniger um Fairness, sondern um eine langfristige Perspektive. Unsere Aktionär:innen wollen, dass das Geld im Unternehmen bleibt, damit sich gebana weiterentwickeln kann. Und sie profitieren davon, wenn gebana erfolgreich ist und der Unternehmenswert steigt.
In was investiert gebana dieses Jahr den Gewinnanteil der Aktionär:innen?
Wir investieren aktuell viel im Süden und in die Akquise von Neukund:innen. Hier wollen wir vorwärtskommen, um die Ziele unseres Businessplans zu erreichen.
In Togo bauen wir derzeit eine Schokoladenmanufaktur auf und in Burkina Faso fliessen weitere Investitionen in die Fertigstellung userer Cashew- und Mangofabrik.
Was bedeutet die Gewinnverteilung für die Mitarbeitenden?
Wir teilen den Gewinn mit allen Mitarbeitenden – im Norden wie im Süden. Im Süden hat dieser Anteil jedoch eine besonders grosse Bedeutung für das Einkommen.
Unsere Löhne dort liegen bereits über dem lokalen Durchschnitt, und die Gewinnzulage ist für viele Mitarbeitende und ihre Familien ein spürbares Zusatzeinkommen.