Barunüsse – wild und kaum bekannt
Erst seit 2025 dürfen Barunüsse in der EU verkauft werden. Doch was sind Barunüsse überhaupt? Die kurze Antwort: Proteinreiche Kraftpakete, die zum Erhalt eines einzigartigen Ökosystems beitragen.
Zwei Millionen Quadratkilometer – auf dieser riesigen Fläche, in der ganz Westeuropa Platz hätte, wachsen Barunüsse. Ihre Heimat ist die Cerrado-Region in Brasilien, eine riesige Savannen-Landschaft, die sich durch ihre hohe Biodiversität auszeichnet. Die Barunüsse gedeihen an Bäumen, die bis zu 25 Meter hoch werden.
"Selbst in Brasilien ist die Barunuss nicht überall bekannt. In Rio und Sao Paulo isst man sie kaum – es gibt sie nur in Spezialgeschäften zu kaufen", sagt Rafael Avezum von unserem Lieferanten Biodivér. Entsprechend unbekannt ist die Nuss auch in Europa. In der EU darf sie überhaupt erst seit 2025 verkauft werden.
Was sind Barunüsse?
Es erstaunt, dass Barunüsse so unbekannt sind, denn sie schmecken nicht nur hervorragend, sondern eignen sich bestens für eine gesunde Ernährung. Ebenso wie Erdnüsse gehören sie botanisch zu den Hülsenfrüchten. Im Vergleich mit beispielsweise Wal- oder Haselnüssen enthalten sie deutlich mehr Protein, weniger Fett und haben einen höheren Ballaststoffanteil.
Im Aroma erinnern Barunüsse an Erdnüsse, mit Noten von Kaffee und Kakao. Sie sind von einer dünnen dunkelbraunen Haut umgeben, die ebenfalls essbar ist. "In Brasilien isst man die Nüsse meistens einfach so geröstet als Snack ", sagt Avezum. In der Küche können Sie die Nüsse genauso wie Mandeln oder Erdnüsse einsetzen. Grob gehackt eignen sie sich als Topping fürs Müesli und Porridge oder zum Backen.
Wer erntet die Barunüsse von gebana?
Barunüsse stammen immer aus Wildsammlung. "Sie lassen sich nicht in Monokulturen anbauen. Die Bäume brauchen das Ökosystem des Cerrados, um zu gedeihen und kommen ohne zusätzliche Bewässerung aus. Wenn die Nüsse reif sind, fallen sie auf den Waldboden und können aufgesammelt werden", sagt Avezum.
Biodivér arbeitet mit 130 Familien zusammen, welche die Nüsse in fünf verschiedenen Regionen des Cerrados einsammeln. "Die Erntesaison für Barunüsse dauert jeweils vom Januar bis ungefähr Juli. Für diese Menschen ist das ein Nebenverdienst. Einige von ihnen gehören indigenen Gemeinschaften an, andere sind Geringverdiener:innen, die sich mit dem Sammeln zusätzliches Einkommen verschaffen."
Barunüsse wachsen in einer dicken holzigen Schale heran, die von Fruchtfleisch umgeben ist. Die Sammler:innen knacken die Schale direkt vor Ort. Denn sie wiegt bis zu 50 Gramm und ist deutlich schwerer als der essbare Kern, der bloss 1 Gramm auf die Waage bringt. Sie bringen die Kerne anschliessend zu den regionalen Sammelstellen von Biodivér und das Unternehmen transportiert sie in seinen Verarbeitungsbetrieb in der Region Jussara. Zwei Mitarbeitende von Biodivér verarbeiten die Barunüsse anschliessend weiter. Sie sortieren die Nüsse, reinigen und rösten sie.
Wie tragen Barunüsse zum Erhalt des Ökosystems bei?
Das einzigartige Ökosystem des Cerrados steht unter Druck. Für Monokulturen von Soja oder Mais sowie Rinderhaltung werden riesige Flächen abgeholzt. "Langsam findet ein Umdenken statt. Einige Grossgrundbesitzer:innen lassen die Barunüsse stehen, da sie Schatten spenden. Farmarbeiter:innen sammeln die Nüsse ein und können sich so einen Zusatzverdienst einholen."
Auf die Frage, ob das Sammeln der Barunüsse dem Ökosystem schaden kann, winkt Rafael Avezum ab. "Die Sammler:innen sammeln nur jene Nüsse ein, die gross genug und intakt sind. Ausserdem sind die Sammelgebiete so riesig, dass sich gar nicht alle Nüsse einsammeln lassen, selbst wenn man es wollen würde. Die Cerrado-Region ist sehr dünn besiedelt, ich sehe keine Gefahr, dass es irgendwo zu viele Sammler:innen gibt."
Warum sind Barunüsse noch kaum bekannt?
Aktuell ist die Nachfrage nach Barunüssen noch nicht gross laut Avezum – weder in Brasilien noch in Europa. "Ich möchte auch gar nicht, dass die Nachfrage explodiert. Wir haben beispielsweise bei der Açai-Beere gesehen, dass das nach hinten losgehen kann. Die wurde als Superfood vermarktet, von Oprah Winfrey beworben, aber die Lieferkette dafür war noch gar nicht bereit. Für die Barunüsse wünsche ich mir ein nachhaltigeres Wachstum. Wir möchten die Lieferkette langfristig aufbauen und unsere Liefermengen Schritt für Schritt steigern." Neben Barunüssen vermarktet Biodivér weitere Produkte von Kleinbauernfamilien aus der Region wie Honig, Mate-Tee oder Pflanzenöl.
Im gebana Onlineshop finden Sie die Barunüsse von Biodivér in der 500-Gramm-Packung. Sie sind bio-zertifiziert und wurden von 15 Familien in der Region Rio Vermelho im Südosten des Cerrados gesammelt.