Nachhaltigkeit in Zahlen 2022

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Fairer Handel Unternehmen

2022 war kein gutes Jahr für gebana. Trotz Wachstum von 17 Prozent im Vergleich zu 2021 machten wir 1.5 Millionen Euro Verlust. Für mehr Nachhaltigkeit, mehr Biodiversität und mehr Gerechtigkeit haben wir trotzdem gesorgt.

Die Corona-Jahre haben gebana einen enormen Entwicklungsschub und zwei Rekordergebnisse beschert. Wir entschieden uns deshalb mutig, im Jahr 2022 massiv zu investieren, mehr Geld für Werbung auszugeben und gleichzeitig die Preise im Onlineshop zu reduzieren.

Doch dann kam Russlands Angriff auf die Ukraine. Auf Angst folgte schnell Inflation. Beides versetzte den Bio- und Fair-Trade-Markt in Schockstarre und die Umsätze begannen zu sinken. Wir spürten das im Direktversand und insbesondere im Grosshandel. Welche Auswirkungen all das auf unseren Geschäftsverlauf hatte und wie die Menschen bei und rund um gebana einmal mehr Zusammenhalt bewiesen, lesen Sie in unserem Jahresbericht.

Zusätzlich zu unseren Geschäftszahlen erfassen wir jährlich rund 50 verschiedene Indikatoren, anhand derer wir messen, wie nachhaltig und gerecht wir arbeiten und wo wir uns weiter verbessern müssen.

Die folgenden Absätze und Grafiken sind ein Auszug aus diesem Nachhaltigkeitsbericht. Diese Zahlen tauchen auch in unserem Jahresbericht auf.

Umsatzbeteiligung und ausgezahlte Prämien

2022 haben wir das gebana Modell – unser wichtigstes Werkzeug unseres Ansatz des Teilens – auf weitere Länder ausgeweitet. Der Umfang aller ausgezahlter Prämien kletterte dadurch um 22 Prozent auf 1.62 Millionen Euro.

Der Gesamtanteil unseres Umsatzes, der im Süden bleibt, stieg 2022 auf 84 Prozent. Ein Rekord!

2023 Prämien fairer Handel

Der Umsatzanteil Süden ist der Anteil des gesamten gebana Umsatzes, der in die Produktionsländer fliesst. Die Prämien fairer Handel setzen sich zusammen aus den Fairtrade- und den gebana-Modell-Prämien sowie den Solidaritätsbeiträgen wie etwa beim Olivenöl aus Palästina.

Bauernfamilien und Hofgrösse

In Westafrika arbeiten wir mit immer mehr Bauernfamilien direkt zusammen. In Brasilien, Burkina Faso und Togo kamen 2022 insgesamt 1802 Familien dazu. Die Gesamtzahl liegt nun bei 11'851 Bauernfamilien.

Ausgaben für Forschung und Beratung

Auch im Jahr 2022 haben wir wieder viel Geld in die Zusammenarbeit mit Bauernfamilien und die Entwicklung besserer Anbaumethoden investiert. 21 Prozent mehr als im Vorjahr flossen in Forschung und Beratung. Eines der wichtigsten Themen war erneut die dynamische Agroforstwirtschaft.

In Togo verteilten wir in diesem Zuge 18'000 Pflanzen an 327 Bauernfamilien, damit diese ihre Kakaofelder diversifizieren können. 924 Bauernfamilien erhielten zudem rund 38'000 Kakaosetzlinge, um ihre Parzellen zu verjüngen.

In Togo und Burkina Faso nahmen rund 10'800 Bäuerinnen und Bauern an über 400 Schulungen zu nachhaltigen, landwirtschaftlichen Praktiken teil.

Investitionen und Risiko im Süden

Die Summe unserer Investitionen im Süden lag mit 1.3 Millionen Euro deutlich über der von 2021. Der Grossteil des Geldes floss in Land und Maschinen für den Bau unserer neuen Fabrik in Burkina Faso. Mehr dazu finden Sie auf der Projektseite.

In der nachfolgenden Grafik entsprechen die Investitionen dem Anlagevermögen, das im Süden investiert ist. Sie sind in Prozent berechnet als Anteil der Bilanz insgesamt. Absorbierte Verluste sind berechnet als Restrukturierungen, Abschreiber und Schenkungen gegenüber den Firmen im Süden.

Arbeitsplätze

Obwohl es wirtschaftlich schwierig war im Jahr 2022, arbeiten mehr Menschen als je zuvor bei gebana. 57 neue Mitarbeitende kamen im vergangenen Jahr dazu.

Zum Jahresende zählte gebana 859 Mitarbeitende, 92 Prozent davon ausserhalb Europas. Zur intensivsten Zeit – direkt nach der Mango- und Cashewernte – arbeiteten weltweit 1077 Menschen für gebana.

Die Zahl der Arbeitsplätze für die nachfolgende Grafik berechnen wir im Jahresdurchschnitt, da während und unmittelbar nach der Erntezeit jeweils etliche saisonale Arbeitsplätze dazu kommen.

Arbeitsplätze nach Geschlechtern

Bei gebana arbeiten weltweit deutlich mehr Frauen als Männer. Im Management im Globalen Süden sind sie noch untervertreten.

Löhne

Da wir 2022 keinen Gewinn erwirtschafteten, gab es auch keine Gewinnbeteiligung. Die Löhne sanken deshalb im Vergleich zum Vorjahr.

In der Grafik sind die Löhne der tiefsten Lohnkategorie in Relation zum nationalen Mindestlohn inklusive Gewinnbeteiligung dargestellt.

Nachhaltigkeit Sortiment

Der Anteil der zertifizierten Bio-Produkte in unserem Sortiment erreichte im vergangenen Jahr 91 Prozent und näherte sich damit dem Rekord von 2018 an.

Der Anteil der Produkte, die ohne Umwege direkt von den Bauernfamilien zu unseren Kund:innen nach Hause kommen, lag mit 55.8 Prozent rund 4 Prozentpunkte über dem Vorjahr.

Der Anteil der Produkte, die nie umgepackt werden, stieg weiter und erreichte ein Rekordniveau von 75 Prozent.

Der Anteil der Flugfracht – sie betrifft einzig die frische Ananas aus Togo – sank erneut und belief sich auf nur noch 2 Prozent gemessen am Umsatz unseres Onlineshops.

Gewinn teilen

2022 brachte uns leider statt Gewinn einen Verlust von 1.5 Millionen Euro. Dementsprechend gab es weder für Mitarbeitende, noch für Kund:innen oder Investor:innen eine Gewinnbeteiligung.

Wie unser Ansatz in Jahren mit Gewinn funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite zum Thema Teilen.

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