Bananenfrauen Teil 4: Gründung der gebana

1988: Verein gebana

Um der Bananenbewegung mehr Gewicht zu verleihen, wurde 1988 der Verein gebana - Arbeitsgemeinschaft gerechter Bananenhandel - gegründet. Die gebana feiert 2008 also ein doppeltes Jubiläum: 10 Jahre gebana ag und 20 Jahre Vereinsgründung gebana.

Von Ruedi Looser, Grafiker aus Basel, erhielt die gebana ein bedeutungsvolles Geschenk: ein Poster, welches eine Bananenbrücke von der EU nach Zentralamerika darstellt, auf welcher sich Menschen entgegengehen. Die Brücke vom Bauern zu Ihnen ist auch heute noch das Logo der gebana.

1992: Max Havelaar

Die grossen Schweizer Hilfswerke gründen die Stiftung Max Havelaar. Der „gerechte Handel” erhält allgemeine Bekanntheit und Akzeptanz. Leider wurden die Bananenfrauen bei dieser Gründung in keiner Weise miteinbezogen.

1993 Pablitos

Die Nica-Bananen waren schon von Anfang an mit Problemen behaftet - schlechte Qualität, unregelmässige Lieferungen, etc.. Schliesslich läutete der Machtwechsel in Nicaragua 1990 das Ende der unabhängigen Bananenproduktion ein. Die neue Hoffnung unabhängiger Produzenten fand sich in Costa Rica: Ab 1993 hiessen die Solidaritätsbananen mit einem Aufpreis von 15 Rappen Pablitos.

1994 (Er-)Volg

Ab 1994 verkauften auch die Volg-Läden die Pablito- Bananen mit dem Solidaritätsbeitrag.

1997: Max Havelaar-Bananen

1997 wurden Max Havelaar-zertifizierte Bananen aus Ecuador auf den Markt gebracht. Die Pablitos waren jedoch ein Sorgenkind geblieben und konnten letztlich nicht mehr unabhängig produziert werden. So legten die Bananenfrauen ihre jahrelange Bananen- Arbeit nieder.

1998: gebana ag

Und doch ging es weiter, anfänglich nur in den Köpfen, doch im August 1998 wurde der Aufbruch zu neuen Ufern gewagt: Mit einem Aktienkapital von Fr. 150′000.- fand in Frauenfeld die Gründung der gebana ag statt. So wurde ein Instrument geschaffen, um den fairen Handel von der Produktion über die Vermarktung bis zu den KonsumentInnen vorwärts bringen zu können.

Geert van Dok von Caritas Schweiz und Präsident der Max Havelaar-Stiftung Schweizt sinierte über den Fairen Handel und seine Zukunft und stellte an der LIFEFair dazu folgende Thesen auf:

  • Der Faire Handel muss neue Marktfelder und Marktakteure erreichen und dafür muss er seine Fairhandels-Ansätze weiterentwickeln.
  • Der Faire Handel muss zusätzliche Ansätze für die ärmsten Länder, für die lokalen und regionalen Märkte im Süden entwickeln.
  • Es braucht vermehrt breitgefächerte, marktorientierte und sozio-politische Entwicklungsimpulse, in Kombination mit Anstrengungen der Entwicklungszusammenarbeit.
  • Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, muss der Faire Handel verschiedenen Anforderungen genügen: Langfristigkeit, Reichweite, Breitenwirksamkeit, Innovationskraft.

Nachtrag vom 5.6.2008: Auf der Website von Swiss Fairtrade ist die Präsentation von Geert van Dok nun zum runterladen freigeschaltet worden.