Fairer Handel in Krisenzeiten

Reisebericht aus Burkina Faso, April 2009

Was mich in Burkina Faso erwartet, kann ich nur knapp erahnen. Bereits sind vier Jahre vergangen, seit ich das letzte Mal dort war - vieles wird sich seither verändert haben!

Gestartet hat die gebana in Burkina Faso im Jahr 2000 mit dem Verkauf von 5 Tonnen getrockneten Mangos. Innerhalb der nächsten 7 Jahre konnte die Menge dank des Booms von Fairtrade-zertifizierten Produkten auf 400 Tonnen Mango gesteigert werden. Damit wurde tausenden von Bauernfamilien ein kleines Einkommen gesichert. Die zu optimistische Planung der Grosskunden, verbunden mit dem durch die Finanzkrise ausgelösten Lagerabbau, bewirkte einen drastischen Rückgang der Verkäufe. Im laufenden Jahr werden wir nicht einmal die Hälfte des Rekordumsatzes von 2007 erreichen. Zusätzlich geraten die Mango-Preise massiv unter Druck. Die Boomjahre der Fairtrade und Bio-Trockenmangos sind vorbei.

Das Land ist karg, die Hitze enorm, Wüstenstaub überall - angespannt und mit vielen Fragen im Kopf reise ich von Ouagadougou zu einem Bauerntreffen nach Bobo-Dioulasso. Es gilt, die Bauern über die schlechte Marktsituation in Europa zu informieren und Massnahmen zu diskutieren. Zahlreiche Bauernfamilien werden den Anschluss an den Markt verlieren: Wie können Sie sich das Überleben in einem Land sichern, wo das durchschnittliche Tageseinkommen bei einem Dollar liegt? Werden sie der gebana weiterhin vertrauen? Wir wissen, dass die Bauern diejenigen sind, die am meisten unter dieser Situation leiden.

Das Treffen war wie erwartet angespannt, viele Fragen wurden gestellt und auch mit Kritik an den Kunden und an der gebana wurde nicht gespart. Dennoch scheint es, dass das Vertrauen in die gebana trotz dem schwierigen Marktumfeld bestehen bleibt - gerade auch, weil wir uns der Auseinandersetzung stellen und gemeinsame Lösungen suchen. Ich war tief beeindruckt vom Mut, von der Intelligenz und dem bissigen Humor mit dem die Bauern auf die Situation reagiert haben. Den Tag lassen wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Fairer Handel ist und bleibt eine Gratwanderung. Er bedeutet für alle Beteiligten immer wieder finanzielle Engpässe und Durststrecken, die es zu überbrücken gilt. Es ist ein langer und fast unmöglicher Prozess, für alle Beteiligten gerechte Ausgangslagen zu schaffen. Er erfordert Geduld und kommt nicht ohne Kompromisse aus. Vertrauensvolle Beziehungen zwischen allen Akteuren der Handelskette ermöglicht es dennoch, in dieser schwierigen Situation zu bestehen und ausgleichend zu wirken.

Mein Gepäck steht bereit. Die Tage in Burkina Faso waren gefüllt mit Erlebnissen, Eindrücken und Bildern - die Menschen, die Farben, das Licht und der blaue Himmel werden mir fehlen. Zurück im Büro in Zürich werde ich nun doppelt motiviert sein und mein Bestes geben, um die getrockneten Mangos zu verkaufen.

Burkina Faso an der grünen Woche

Das Land Burkina Faso stellt sich erstmals an der grünen Woche in Berlin vor. 12 Unternehmen aus Burkina Faso präsentieren sich mit ihren kostbaren Rohstoffen und Produkten - u.a. auch die gebana Afrique. Sie zeigt dem interessierten Publikum ihre Produkte wie getrocknete Mango, Ananas und Cashewnüsse.

Die Grüne Woche in Berlin finden statt vom 16. bis 25. Januar 2009. Sie finden den Stand von Burkina Faso in Halle 18, Stand E02. Alle Informationen zur Messe und zum Programm unter www.gruenewoche.de
Weitere Informationen zum Stand von Burkina Faso: Einladung an die grüne Woche

Gestern am 22. September erschien ein Artikel über gebana Afrique im St. Galler Tagblatt. Ab heute ist er online verfügbar: http://www.tagblatt.ch/…/art149,717021

Brückenbauer und Marktöffner

Der faire Handel dient als Wachstumstreiber für den Handel mit Mangos aus Westafrika

Niangoloko. Die Zürcher Gebana AG ebnet biologischen und fair gehandelten Mangos aus Westafrika den Weg zu Schweizer Konsumenten.

Text und Bild von Wolf Südbeck-Baur

Lagerchef Mahamadi Traoré weist stolz ins Mango-Lager der Produzenten-Kooperative TON, in dem einige Kisten frische Mangos auf ihre Auslese und Weiterverarbeitung in der Trocknungsanlage warten. Seine Kollegin Fati Ouedraogo ist in dem mit Wellblech gedeckten Lagerraum damit beschäftigt, jede einzelne Frucht von Hand zu drehen und auf ihre Konsistenz hin zu überprüfen; überreife und darum für die Trocknung zu weiche Mangos sortiert sie aus. Die 1991 gegründete Vereinigung von heute 33 Mango-Produzenten in Niangoloko, Burkina Faso, habe ein hartes Stück Arbeit bereits geschafft, sagt TON-Koordinator Issaka Sommandé. Die Kleinbauern schweissten 2007 bereits 25 Tonnen Trockenmangos für den Export nach Europa in Plastikbeutel ein. Im Jahr 2000, als die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Fairhandelsunternehmen Gebana AG begann, waren es zwei Tonnen.

Dank Prämie zur Schule

Laut Issaka bringt die Trockenmango-Produktion den 430 TON-Angestellten – mehrheitlich Frauen – ein Einkommen, das mit umgerechnet Fr. 2.50 pro Tag 20% über dem Jahresdurchschnittseinkommen von 500 Fr. in Burkina Faso liegt. Im Schatten der Bäume auf dem TON-Gelände zeugen die zahlreichen Töffs vom Entwicklungspotenzial der Kleinkredite, welche die Kooperativen-Mitglieder aus einem Fonds ihrer Organisation beziehen können.

Der Leiter der Kooperative unterstreicht, dass die erwirtschafteten Einkünfte inklusive der 24 000 Fr. Prämien den Kooperative-Mitgliedern «ein normales Leben erlauben». Diese Prämien wurden TON 2007 aufgrund des Max-Havelaar-Labels für fairen Handel unter anderem von Coop via Gebana Afrique ausbezahlt. Die Kooperative, bei der 154 Bauernfamilien Mitglied sind, verwendete die Prämie für den Kauf von Schulmaterial, für Impfungen der Kinder gegen Tetanus, Diphterie und Polio sowie für die Anschaffung einer Getreidemühle. Weiter erlaube die Prämie, Finanzreserven zu bilden, um den Unterhalt der Maschinen und der Trocknungsanlagen zu sichern.

Enorme Absatzsteigerung

Das Gedeihen der Kooperative TON ist eng verknüpft mit der Handelspartnerschaft der TON-Mangobauern mit Gebana Afrique. Das Handelsunternehmen mit Sitz in Zürich schlägt eine Brücke zwischen den Bauern und den Konsumenten in der Schweiz. David Heubi, Geschäftsleiter von Gebana Afrique, fungiert dabei als Marktöffner für die Kleinbauernfamilien. «Wir kaufen die Trockenmangos von unseren Partnern – insgesamt arbeiten wir in Burkina mit sechs Kooperativen zusammen – und kümmern uns um den Absatz in Europa, vorab in der Schweiz.» Das Exportvolumen von biologischen und fair gehandelten Mangos sei so innert fünf Jahren mehr als verzehnfacht worden. Diese enorme Steigerung habe vor allem dank dem Einstieg von Schweizer Grossverteilern realisiert werden können.

Wachstum dank Gütesiegel

Die Gebana AG wird 2008 über den Direktversand in der Schweiz mit voraussichtlich 5,5 Tonnen mehr als doppelt so viele Abnehmer für getrocknete Mangos finden als 2006. Einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieses Wachstums – Gebana setzt bewusst auf eine Wachstumsstrategie – sei dem fairen Handel und der Zertifizierung der Mangos mit dem Max-Havelaar-Gütesiegel zu verdanken, sagt Heubi. «Ohne dieses Label hätten wir den Zugang zum Schweizer und europäischen Markt nicht in diesem Ausmass geschafft.»

Gebana um Verwaltungsratspräsident Adrian Widmer freut es um so mehr, als die Erfolgsgeschichte der Mangos belegt, dass der Markt offensichtlich in der Lage ist, wirtschaftliche, ökologische und soziale Werte zu bezahlen; Werte notabene, die Kleinbauernfamilien und lokale Weiterverarbeiter wie die Kooperative TON in Burkina Faso schaffen.

http://www.tagblatt.ch/aktuell/wirtschaft/tb-wi/art149,717021

Cashew: die unbekannte Nuss - oder doch nicht?

Die Cashews fungieren im gebana-Shop unter der Rubrik Nüsse. Doch eigentlich handelt es sich botanisch gesehen gar nicht um Nüsse, sondern um Samen. Die meisten Cashewnuss-Geniesser kennen auch den Cashew-Apfel nicht. Dieser ist eine sogenannte Scheinfrucht, eine fleischige, sehr saftige Frucht mit eigentümlichen Geschmack. Am Fruchtende wächst eine einzige Cashewnuss, die in einem aufwändigen Prozess aus ihrer Schale gelöst werden muss. Die Arbeitsschritte werden auf der Homepage der Kooperative Wouol, welche für die gebana Cashews herstellt beschrieben: http://www.wouol.org/produits_eng.htm Kennt man den Herstellungsprozess der Cashews, kann man sie noch bewusster geniessen.