Als sich Peter Höltschi im Jahr 1989 im abgelegenen guatemaltekischen Hochland auf die Suche nach einem Produzenten für einen Ledergurt mit indianischem Stoffbezug machte, konnte man wohl noch nicht ahnen, dass dieses Abenteuer in der Gründung des Kleinunternehmens El Tucan münden wird, welches knapp 20 Jahre später allein in Guatemala das Einkommen von rund 30 Kunsthandwerkern und ihren Familien sichert.

Das Sortiment von EL Tucan wurde laufend ausgebaut und bietet mittlerweile vom Hundehalsband bis zum Ikat-Stoff T-Shirt alles, was die geschickten Hände der mittelamerikanischen Textilkünstler zu produzieren wissen. Besonders hervor zu heben sind dabei die verschiedenen handgefertigten Hängematten, in denen man sich bei der spätsommerlichen Siesta in das tropische Hügelland Guatemalas versetzt fühlt und die seit einiger Zeit auch über den Webshop der gebana erhältlich sind.

Dass die Produzenten vom Fairtrade-Aufpreis auch tatsächlich profitieren, garantiert neu auch die renommierte International Fair Trade Assosciation (IFAT), die El Tucan die Zertifizierung als ausgewiesene Fair Trade Organisation ausstellt. Die IFAT ist ein wichtiges internationales Netzwerk der Fair Trade Organisationen, dessen Mitglieder Produzenten, Importeure und Wiederverkäufer sind. Die Aufnahme in dieses Netzwerk bedingt die Einhaltung diverser sozialer und ökologischer Standards, wobei diese wiederum durch regelmässige interne und externe Kontrollmechanismen überprüft wird. Weitere Informationen auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/International_Fair_Trade_Association.

Die Tatsache, dass El Tucan erst die dritte Schweizer Unternehmung (neben der gebana und claro Fairtrade) ist, die in den Kreis der IFAT-Mitglieder aufgenommen wurde, beweist, wie hoch die Anforderungen dafür sind.

Die Gebana gratuliert El Tucan herzlich zu dieser besonderen Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit, wünscht für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und hofft die fruchtbare Zusammenarbeit noch viele Jahre weiterführen zu können.

Gibt es im ethischen Kaffeemarkt zu viele Labels und dadurch zu wenig Transparenz? Zum Labelsalat diskutierten André Siegenthaler von Café Rebeldía, Marc Bloch von La Semeuse, Andre Radlinsky von Coop und Ueli Ramseier von Max Havelaar.

Geert van Dok von Caritas Schweiz und Präsident der Max Havelaar-Stiftung Schweizt sinierte über den Fairen Handel und seine Zukunft und stellte an der LIFEFair dazu folgende Thesen auf:

  • Der Faire Handel muss neue Marktfelder und Marktakteure erreichen und dafür muss er seine Fairhandels-Ansätze weiterentwickeln.
  • Der Faire Handel muss zusätzliche Ansätze für die ärmsten Länder, für die lokalen und regionalen Märkte im Süden entwickeln.
  • Es braucht vermehrt breitgefächerte, marktorientierte und sozio-politische Entwicklungsimpulse, in Kombination mit Anstrengungen der Entwicklungszusammenarbeit.
  • Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, muss der Faire Handel verschiedenen Anforderungen genügen: Langfristigkeit, Reichweite, Breitenwirksamkeit, Innovationskraft.

Nachtrag vom 5.6.2008: Auf der Website von Swiss Fairtrade ist die Präsentation von Geert van Dok nun zum runterladen freigeschaltet worden.

Die SWISS FAIRTRADE organisierte an der LIFEfair einen Fachkongress zum Thema: Fairer Handel im Megatrend der Nachhaltigkeit. Unsere Praktikantinnen Seraina Peña und Franziska Ruef führten die Teilnehmer des Kongresses in die Welt des fairen Handels ein.

Ihr Handlungsvorschlag für Jedermann für eine faire Woche sieht wie folgt aus:

Präsentation als PDF runterladen.



Rückblick auf die LIFEfair Teil 1: Buntgemischte Messe

Letztes Wochenende fand in der Maag-Eventhall zum ersten Mal die LIFEfair Messe, die Messe für nachhaltiges Leben statt.

Das Publikum war bunt gemischt, wie auch die Aussteller: Jugendliche, junge Familien, aktive und ehemalige Aktivistinnen und Symphatisanten trafen auf 80 Aussteller aus den Bereichen Bauen und Wohnen, Gastronomie und Nahrungsmittel, fairer Handel, Mobilität und Energie, nachhaltiges Investieren oder Freizeit und Reisen.

An der Messe präsentierte sich zum ersten Mal auch die Referenzorganisation des fairen Handels in der Schweiz, die SWISS FAIRTRADE einem breiten Publikum. So wurde neben der seperaten Fairtrade-Ausstellung und Lounge auch ein Kongress zum fairen Handel in der Schweiz organisiert. So kam es, dass an der Messe neben so kommerziellen Firmen wie BMW, ZKB und Coop auch die Erklärung von Bern, Helvetas, Claro, El Tucan, gebana und weitere Fairtrader vertretten waren.

Der Tages-Anzeiger berichtete vom Einkaufsbummel ohne schlechtes Gewissen und die NZZ vom Basar der Nachhaltigkeit. Wie bereits in diesem Blog berichtet, publizierte die NZZ auch ein Portrait über Ursula Brunner, Mitgründerin der Bananenfrauenbewegung der 70er Jahren und Gründungsmutter der gebana. DRS 2 brachte diese Woche nachträglich ein Special zur Messe im Thema der Woche (via http://blog.faircustomer.ch/?p=109)

Feine Rezepte aus Palästina

Palästina ist eines der Mutterländer der Olivenbaumkulturen am östlichen Mittelmeer. Darauf sind die Palästinenser stolz und viele Familienbetriebe verdienen ihren Lebensunterhalt bis heute mit der Ölherstellung. Unser feines, kalt gepresstes (Extra Vergine) bio&fair Olivenöl hat eine kräftige Farbe und passt mit seinem würzigen Geschmack vorzüglich zu allen Köstlichkeiten der mediterranen Küche.

Unser bio&fair Olivenöl aus Palästina importieren und lizenzieren wir gemeinsam mit der Olivenöl Kampagne. Die Olivenöl Kampagne ist eine Gruppe, Frauen und Männer, die sich von der nahöstlichen Tragödie betroffen fühlen und sich engagieren wollen. Einzelne bauen seit Jahrzehnten an langfristigen, Grenzen überschreitenden Projekten mit, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Frauenförderung und Landwirtschaft. Mit dem Gewinn aus der Freiwilligenarbeit und dem Solidaritätsfranken werden Kleinbauern sowie verschiedene Hilfsprojekte in Palästina unterstützt und die Verständigung zwischen den am Konflikt Beteiligten gefördert.

Die Kampagne hat feine traditionelle Rezepte aus Palästina zusammen gestelllt, welche wir natürlich gerne weiter empfehlen:

Viel Spass beim Ausprobieren!

Fair Trade Movie

Video von Transfair USA.