| Autor: Sandra Dütschler | 1. Februar 2010 |
Lesen Sie hier den Beitrag des Journalisten Stefan Hartmann von seinem Besuch bei den Dattelbauern der gebana Maghreb, der vor Weihnachten in der Zeitschrift Bioterra erschienen ist.
| Autor: Seraina Peña | 23. Januar 2009 |
Letzten Mittwoch fand in Bern die Arbeitstagung “Impulse für Kirchenbasare” der Fachstelle OeME statt.
In diesem Rahmen führte ich eine Workshop durch, um bei einem Apéro oder Zvieri gezielt Produkte aus fairem Handel zu verwenden. Die Früchte dieses Workshops wurden den übrigen Tagungsteilnehmern zur Degustation angeboten, worauf sich viele für die Rezepte interessierten. So sollen die Rezepte auch einem breiteren Publikum nicht vorenthalten werden:
Apéro-Rezepte:
Datteln mit Mascarpone-Füllung
Curry-Popcorn
Za’tar-Gebäck
Mango-Senf-Dip
Bisap-Getränk
Zvieri-Rezepte:
Exotisches Früchtebrot
Frucht-Crème-Törtchen
Fair Trade-Brownies
Gebrannte Cashew
Mate cocido
| Autor: Seraina Peña | 20. Januar 2009 |
Kürzlich wurde ich von einer Kundin am Telefon gefragt, ob denn die Datteln wirklich direkt vom Bauern - inklusive Wüstensand - in die Schweiz kommen. Ganz so direkt läuft dies natürlich nicht. Schliesslich ist die Qualitätskontrolle von grosser Bedeutung. So gelangen die Datteln erst einmal in die Verarbeitungszentrale der gebana Maghreb in Kebili. Dort werden die Datteln nach ihrer Qualität sortiert: Jede Rispe wird überprüft und schlechte Datteln werden von der Rispe entfernt.

Qualitätskontrolle und Sortieren der Datteln
In einem weiteren Schritt werden die Datteln gewaschen und anschliessend wieder getrocknet durch eine leichte Erhitzung. Es kommen jedoch keinerlei Zusatzstoffe zur Anwendung. Die Rispendatteln werden nach diesen Schritten abgepackt - in die Ihnen bekannte 5kg-Schachtel.
Je nach Kundenwunsch werden die Datteln in Kebili auch entsteint.
| Autor: Seraina Peña | 16. Januar 2009 |
Auch ich hatte als Praktikantin bei der gebana die Gelegenheit, die Dattelernte in Tunesien live zu erleben. Nebst der Unterstützung eines Filmteams, führte ich dabei einige Kurzinterviews mit Dattelbauern.

Kurzinterview mit Mohamed Hweta
Die Erfahrungen, die ich bei meinem Aufenthalt in Tunesien machen durfte, bilden die Grundlage, der drei nächsten Dattel-Berichte.
Die Datteln bestimmen das Leben in der Oase. Doch unter den Dattelpalmen wird der Boden zum Anbau weiterer Produkte für die Subsistenzwirtschaft genutzt. Neben Granatäpfel-Sträuchern werden beispielsweise Tomaten, Paprika und Weizen angepflanzt. Eine Düngung des Bodens wird durch den Mist der Schafe und Ziegen vorgenommen. Letztere kommen übrigens auch in den Genuss von Datteln - eine gute Verwertung von Datteln schlechter Qualität.

Zum Anbau vorbereiteter Boden. Datteln, die als Tierfutter verwendet werden.
Bei unserem Besuch in der Oase Derjine wurden wir mit einem Festmahl in der Oase verwöhnt. Unter anderem kamen wir in den Genuss eines Wüstenbrotes: Dieses wird zum Backen unter der Glut des Feuers begraben.
Die Oase Derjine erhielt vor kurzem die Fairtrade-Zertifizierung. In einer Generalversammlung wurde bereits darüber diskutiert, wofür die Fairtrade-Prämie verwendet werden soll.
Die Fairtrade Labelling Organization (FLO) gibt die internationalen Kriterien für die Fairtrade-Zertifizierung vor. Eine Besonderheit von Fairtrade stellt die Fairtrade-Prämie dar. Es handelt sich dabei um einen je nach Produkt festgelegten Aufpreis, der an die Kooperative ausbezahlt wird. Über deren Verwendung entscheidet die Mitgliederversammlung der Kooperative.
Nebst der Unterstützung armer Familien und dem Ausbau des dorfeigenen Kulturzentrums soll die Fairtrade-Prämie in den Bau eines dritten Schutzwalls gegen den Wüstensand investiert werden. Hierzu wird ein Windschutz aus Palmblättern gefertigt, durch welchen Wind und Sand aufgehalten werden. Mit der Zeit wächst der angewehte Sand zu einem Wall; der Palmblatt-Schutz wird begraben. Etwa alle 1,5 Jahre muss ein neuer Palmblattschutz auf den Kamm der so entstandenen Sanddüne gebaut werden.
| Autor: Sandro Fornallaz | 8. Mai 2008 |
Nach der Schulung der Kooperativen am Tag zuvor, steht heute der Besuch und die direkte Diskussion mit den Dattelbauern an. Es geht einerseits darum mit den Bauern über ihre Arbeit zu sprechen und ihnen die Vorteile aber auch die Grenzen des Fairen Handels zu erklären. Andererseits möchten wir Portraits von verschiedenen Bauern zusammenstellen, um die KonsumentInnen in Europa genauer über ihre Lebenssituation zu informieren.
Von Kebili bis Derjine dauert die Fahrt mit dem Auto fast eine Stunde. Wegen der buckeligen Landstrasse kann die übliche Fahrgeschwindigkeit von 100km/h nicht gehalten werden. Bei der Ankunft im Dörfchen Derjine sehen wir, dass deren Bewohner wirklich sehr bescheiden leben. Ihre Behausungen sind kleine und einfache Backstein- oder Palmblatthäuschen. Später erfahren wir, dass die 300 Einwohner zählende Gemeinschaft fast ausschliesslich von ihren Dattelplantagen lebt und daher auf deren guten Erträge angewiesen ist. Die Mehrheit der im Dorf lebenden Menschen ist miteinander verwandt. Fast keine Menschen entschliessen sich heute noch in dieses arme Dorf zu ziehen, um hier zu leben. Nur zweimal täglich fährt ein Bus von Derjine nach Kebili. Im Dorf gibt es keine Apotheke, aber einige wenige Medikamente für den Notfall.
Gemeinsam mit dem Präsidenten der Kooperative sowie mit Hamdia und Adel besuchen wir die Bauern in Ihren Plantagen. Insgesamt sprechen wir mit sieben verschiedenen Bauern, die alle Bio-zertifiziert sind. Es handelt sich also um diejenigen Datteln, die von der gebana Schweiz im Direktversand verkauft werden.
Im Gespräch mit den Bauern versuchen wir herauszufinden, was ihre grössten Sorgen sind und welche Wünsche sie für die Zukunft haben. Da die Kooperative noch keine Fair Trade Prämie erhalten hat, konnten bis jetzt noch keine Projekte realisiert werden. Dafür können wir im Gespräch bereits einige Ideen für künftige Projekte ausfindig machen. Unter anderem könnte mit einem Teil der Prämie das Zentrum für traditionelle Handarbeit im Dorf wieder geöffnet werden. Dort wurden früher von den Frauen des Dorfes traditionelle Hüte, Teppiche u.a. hergestellt. Aus Geldmangel musste es vor einigen Jahren leider geschlossen werden. Falls das Zentrum wieder in Betrieb gesetzt würde, könnten die Frauen des Dorfes dort arbeiten und ihre Produkte vielleicht sogar verkauft werden.
Der grössere Teil der besuchten Bauern ist bereits informiert über die Prinzipien des Fairen Handels und setzt sehr viel Hoffnung in ihn.
Ein grosses Problem in Derjine ist die Desertifikation. Vor allem die Bauern am Rand der Oase, angrenzend an die Wüste, leiden unter der Ausbreitung des Sandes. Sie hoffen, dass mit der Fair Trade Prämie etwas gegen diese Entwicklung unternommen werden kann.
Ein anderes Problem ist das unregelmässige Einkommen der Dattelbauern.
Mohammed sagt: „Wir Dattelbauern haben kein regelmässiges Einkommen. Nur einmal im Jahr, beim Verkauf der Datteln erhalten wir einen Lohn für unsere Arbeit. Davon brauchen wir rund einen Drittel für die Pflege unserer Parzelle. Zwei Drittel müssen für die Familie für ein ganzes Jahr ausreichen. Für die Finanzierung des Studiums unserer Kinder fehlt das Geld. Dann ist da noch das Problem der Arbeitslosigkeit, die überall hier ein Thema ist.“ Ein anderer Mohammed (etwa die Hälfte der Bauern heissen Mohammed) findet, dass mehr Geld in mechanische Maschinen zur Pflege der Palmgärten zur Verfügung gestellt werden sollten, z.B. für das Umackern des Bodens oder die Abfallzerkleinerung und -entsorgung. Auf die Frage nach seinen Problemen erzählt er uns dass seine Palmen von einem Insekt befallen sind, das die Palmblätter abfrisst. Er fragt Hamdia um Rat und Hilfe.
Alle Bauern empfingen uns sehr herzlich und beantworteten unsere Fragen ausführlich. Die Sprache war natürlich ein gewisses Hindernis. Hamdia übersetzte zwar alles für uns, doch ging bei der Übersetzung sicher ein Teil an Informationen verloren.