Gentechnik im Biosoja

Brasiliens Biobäuerinnen und -bauern befinden sich auf dem steinigen Weg zur Nachhaltigkeit. Der Anbau von genverändertem Soja ist eines der Hauptprobleme brasilianischer Biobauern. Im Südwesten des  Bundesstaates Paraná bauen Kleinbauern erfolgreich Biosoja an. Doch die sich ausbreitende Gentechnik bedroht die nachhaltige Produktion. Ein Bericht von Sandra Dütschler in der aktuellen Ausgabe von Lateinamerika Nachrichten. Sie ist Mitarbeiterin bei gebana Brasil.

Die Sonne steht am höchsten Punkt, der Himmel ist tiefblau, die Hitze drückt in die Senke. Kühe liegen im Schatten der Bäume, die das Bächlein säumen, welches zwischen den Feldern und Wiesen hindurchfließt. Neben der Weide wächst ein Streifen Zuckerrohr, dahinter steigen rund um die Senke Wald die Hügel empor. Die Szenerie ist äußerst idyllisch – wäre da nicht das unablässige Rattern eines Mähdreschers.

Es ist Erntezeit in Capanema, im Süden Brasiliens. Roberto Rama, der in der zweiten Generation auf diesem Boden Landwirtschaft betreibt, erntet heute sein Soja. Dabei helfen ihm Vater und Bruder, mit denen er das Land teilt. Ein Nachbar stellt gegen ein Entgelt seinen Lastwagen für den Transport der Ernte zur Verfügung, von einem weiteren Bekannten wurde der Mähdrescher samt Fahrdiensten gemietet. Einen Lastwagen oder eigene Landwirtschaftsmaschinen können sich die Ramas als Kleinbauern nicht leisten.

“Monsanto hat die Preise in der Hand und kann sie beliebig der Rentabilität des Sojaanbaus anpassen.”

Wer das gängige Bild vom brasilianischen Großgrundbesitzer kennt, der die Mähdrescher gleich zu Dutzenden über seine Felder schickt, stutzt spätestens an dieser Stelle: Ein Sojabauer, der sich keine eigenen Maschinen leisten kann? Doch damit nicht genug: Roberto Rama wirtschaftet nach internationalen Richtlinien des biologischen Landbaus und führt seinen Hof nach den Regeln der biodynamischen Landwirtschaft, die Rudolf Steiner um 1924 entworfen hat. Roberto Rama ist einer von rund 300 Kleinbauern in der Region um Capanama, im Südwesten des brasilianischen Bundesstaates Paraná, die biologisches Soja produzieren. Viele von ihnen haben nie etwas anderes als Biolandwirtschaft betrieben: „Auf meinen Feldern wurde noch nie Gift angewandt“, so Roberto Rama nicht ohne Stolz. Andere haben zu einer Zeit auf ökologischen Landbau umgestellt, als Bio in Europa noch eine Randerscheinung war: Angetrieben von Vergiftungsvorfällen in ihren Familien und vom Fischsterben in den Flüssen, stellte eine Gruppe von Landwirten die konventionelle Anbauweise in Frage. Sie entschieden sich, auf die Anwendung von Chemikalien zu verzichten und suchten nach nachhaltigeren, für Mensch und Umwelt unschädlichen Produktionsmethoden. 1994 entstand in der Region die erste Firma, die mit biologischem Soja handelte und den Bauern für den deutlich größeren Arbeitsaufwand einen entsprechenden Aufpreis zahlte.

Heute ist die gebana Brasil im Geschäft mit Biosoja aktiv. Die 2002 gegründete Firma ist ein Schwesterunternehmen der gebana Schweiz, die aus einer der ersten Initiativen für gerechten Handel mit Bananen („gebana“ steht für „gerechte Banane“) hervorgegangen ist. Bis heute basieren die Grundsätze der gebana auf denjenigen des fairen Handels und der Nachhaltigkeit: Der Schwerpunkt der Produktion liegt bei Kleinbauern, denen ein direkter Marktzugang ermöglicht wird und für das bio-zertifizierte Soja werden Preise bezahlt, die bis zu 50 Prozent über dem üblichen Marktpreis liegen. In Kürze sollen außerdem die ersten Produzentenvereinigungen mit dem Fairhandelslabel FLO zertifiziert werden.

Doch die Wege der Bioproduzenten in Südbrasilien sind steinig, wie das Beispiel von Roberto Rama zeigt. Der junge Familienvater kann mit seiner Ernte eigentlich zufrieden sein: Die blassgelben Erbsen sind fest und gleichförmig groß, die Schoten hängen zahlreich von den Pflanzen. Dies ganz im Gegensatz zu vielen anderen Sojabauern der Region, die aufgrund einer ausgedehnten Trockenperiode einen Großteil ihrer Ernte verloren haben. Als Roberto seine Ladung jedoch am Firmensitz der gebana Brasil abliefert, zeigt ein Schnelltest, dass die Bohnen Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aufweisen. Die Verunreinigung durch fremdes Pflanzengut kommt wahrscheinlich von dem Mähdrescher, der zuvor genverändertes Soja geerntet hatte, oder durch den Lastwagen, der solches transportiert hatte. Selbst bei gründlicher Reinigung können diese Maschinen durch kleinste Rückstände eine ganze Ladung verseuchen. Doch die kleinen Familienbetriebe sind auf die geliehenen Geräte angewiesen, eigene Maschinen sind für sie unerschwinglich. Roberto Rama bekommt trotz GVO-Spuren den vollen Demeter-Preis für sein Soja ausbezahlt, doch die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben: „Ich baue bewusst biologisch an und bemühe mich, alles richtig zu machen – und alles nützt nichts“, bemerkt Roberto ernüchtert und nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Genverändertes Soja ist ein ernsthaftes Problem für uns“. Darin kann ihm Eduardo Mattioli Rizzi, Leiter des Sektors landwirtschaftliche Produktion der gebana Brasil, nur zustimmen. Bereits jetzt ist er daran, GVO-freies Saatgut für den nächsten Sommer zu besorgen, doch dies ist ein schwieriges Unterfangen. Die Saatgutproduktion ist mehrheitlich auf genveränderte Sorten ausgerichtet und selbst konventionelles Saatgut weist nicht selten GVOSpuren auf, denn auch die Saatgutproduzenten sind vor Kontamination durch den Blütenstaub benachbarter GVO-Felder nicht gefeit.

Das zweite große Problem der gebana Brasil sind Soja-Lieferungen der Bäuerinnen und Bauern, die durch Blütenstaub oder durch verschmutzte Maschinen kontaminiert worden sind. Während winzige Spuren, wie sie in der Ladung von Roberto Rama gefunden wurden, von den Bio-Normen noch toleriert werden, ist dies bei einer stärkeren Verseuchung nicht mehr der Fall. „Dieses Jahr mussten wir die Lieferung von zehn Bauern ablehnen, weil sie GVO-Werte aufwiesen, die über der Toleranzgrenze lagen“, erklärt Eduardo Rizzi. Dies tue niemand gern, meint er, doch die verseuchten Bohnen dürften auf keinen Fall in den firmeneigenen Verarbeitungsprozess gelangen. Den Frust abgewiesener Bäuerinnen und Bauern, die ihre Felder immer gemäß der Regeln gepflegt und in mühsamer Handarbeit gejätet haben, kann man sich nur allzu gut vorstellen.

Der Gefahr der Kontamination seines Biosojas durch GVO beugt Bauer Abelino Murinelli auf seine eigene Art und Weise vor. Einige Kilometer Luftlinie entfernt von Roberto Rama macht er sich zusammen mit seiner Frau, zwei Nachbarn und seinen beiden Söhnen auf zu seinem Feld. Lächelnd weist Abelino auf sein Arbeitsgerät, eine Sichel: „Ich mähe mein Soja immer von Hand“, erkärt er, als wäre dies das Selbstverständlichste der Welt. In der immer noch erbarmungslos auf die Erde prallenden Nachmittagssonne machen sich Abelino und seine HelferInnen daran, die ausgetrockneten Stängel büschelweise durchzuschneiden, zusammenzutragen und in einer benzinbetriebenen Dreschmaschine die Bohnen vom Rest der Pflanze zu trennen. Man scherzt und lacht zusammen, gönnt sich ab und zu einen Schluck Wasser aus der mitgebrachten Kanne und nimmt die körperlich harte Arbeit in Kauf: „So weiß ich wenigstens mit Sicherheit, dass mein Soja sauber bleibt“, erklärt Abelino.

Für die 1,5 Hektar Soja, die Abelino Murinelli diesen Sommer angebaut hat, mag die Handernte eine Alternative sein, doch selbst unter Kleinbäuerinnen und -bauern erntet heute kaum noch jemand manuell. Neben der anstrengenden körperlichen Arbeit hindert vor allem das Fehlen von Arbeitskräften, verursacht durch die Abwanderung der jungen Leute in städtische Gebiete, die Bäuerinnen und Bauern daran, mit der Sichel zu ernten. Es sind einerseits dieser Arbeitskräftemangel, vor allem aber die Kosten von Arbeitskräften, der in Brasilien immer mehr GroßgrundbesitzerInnen, aber auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe, zu genveränderten Sojasorten greifen lässt. Denn die aktuelle Generation genveränderten Sojas ist resistent gegen das aggressive Pflanzengift Glyphosat, das sämtliches Unkraut effizient abtötet und dem Anwender dadurch eine Menge Arbeit und Geld erspart. So lautet jedenfalls die Argumentationslogik, mit der 2004 die brasilianische Regierung nicht nur von Seiten des GVO-Herstellers Monsanto, sondern auch von Bauernvereinigungen massiv unter Druck gesetzt wurde, um den Anbau genveränderter Pflanzen freizugeben. Die oft massiv verschuldeten Landwirte sollten es so endlich schaffen, rentabel zu wirtschaften, hieß es damals. Doch wie sieht die finanzielle Situation der brasilianischen Bäuerinnen und Bauern heute, fünf Jahre nach der Einführung der Gentechnik, aus? „Kaum anders als ohne Gentechnik“, sagt der Agronom Eduardo Mattioli Rizzi und erklärt auch gleich, warum: „Monsanto bot ihr glyphosathaltiges Herbizid zu Beginn tatsächlich günstig an und der Anbau von genverändertem Soja verschaffte dem Bauern eine höhere Gewinnmarge. Doch dann sind die Preise massiv angestiegen und die Marge war Vergangenheit.“ Aufgrund ihrer Patentrechte hat das multinationale Unternehmen Monsanto die Preise in der Hand und kann sie beliebig der Rentabilität des Sojaanbaus anpassen. Dass die Bäuerinnen und Bauern von dieser Situation langfristig profitieren, ist kaum zu erwarten.

Die brasilianischen Bäuerinnen und Bauern haben mit vielerlei Arten von Abhängigkeit zu kämpfen, das zeigt das Beispiel von Oswaldo Jair Woiechowski. Er hatte zwölf Jahre lang für einen Verarbeitungsbetrieb Hühner gemästet. „Dabei habe ich nicht einmal gemerkt, dass ich ausgebeutet wurde“, sagt der heute 38-Jährige und schiebt seine Che Guevara-Mütze zurück. Doch irgendwann hat es Oswaldo gereicht, er hat die Hühnerfarm aufgegeben und begonnen, biologischen Ackerbau zu betreiben. „Damit du anfängst umzudenken, musst du ganz unten ankommen“, sagt er nachdenklich, und: „Heute verdiene ich weniger, aber mein Leben ist selbstbestimmt und ich bin unabhängiger – und glücklicher“.
Zum Anbau von genverändertem Soja meint Oswaldo: „Das Zerstörungspotential von GVO ist riesig, es trifft nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch Luft und Wasser.“ All diese Effekte würden von den Großkonzernen, die GVO-Saatgut und Spritzmittel anbieten, natürlich verschwiegen und gerade auf dem Land hätten die Leute nicht die Möglichkeit, diese Mechanismen zu hinterfragen, so Oswaldo. Der kritische Bauer spricht von „Bewusstseinsbildung“ und Widerstandskampf“. Doch die Zukunft der brasilianischen Landwirtschaft im Zusammenhang mit GVO sieht er pessimistisch: „Der Mensch gibt den Dingen erst dann Wert, wenn er sie nicht mehr hat. Zu diesem Effekt muss es mit dem Anbau von Gensoja kommen“, meint er und zieht den Vergleich mit dem eigenen Leben: „Erst wenn wir ganz unten angekommen sind, werden wir merken, dass Gentechnik das falsche Mittel ist.“

„Erst wenn wir ganz unten angekommen sind, werden wir merken, dass Gentechnik das falsche Mittel ist.“

Eduardo Mattioli Rizzi sieht es nicht ganz so düster, wenigstens nicht für die biologische Landwirtschaft. Die größte Herausforderung sei es, die Anbaukosten zu reduzieren, „das bedeutet vor allem, dass wir das Unkrautproblem mechanisch in den Griff kriegen müssen“, erklärt er. Darin, dass eine Erleichterung des ökologischen Anbaus zusammen mit der steigenden Nachfrage nach biologischen Produkten auch bei Großkonzernen das Interesse wecken könnte, sieht Eduardo sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits könnten diese Unternehmen die Forschung entscheidend vorantreiben, andererseits ist sich der Agronom bewusst, dass damit auch die Preise und damit die Gewinne der Bauern sinken würden.

Eine Chance könnte das steigende Interesse an nicht-genverändertem Soja bedeuten. Vor allem aus Europa werden zur Förderung vom Anbau von Sorten ohne Genveränderung derzeit Prämien und Projektgelder gesprochen. Werden diese finanziellen Mittel effektiv umgesetzt und gelangen bis zu den Produzenten, könnten auch in der Region Capanema die Bauern wieder vermehrt zur konventionellen oder sogar biologischen Landwirtschaft zurückkehren. Dies würde die Kontaminationsgefahr einschränken und den 300 Bio-Kleinbauern in der Region das Wirtschaften erheblich erleichtern.

Sommerloch Füller: Store Wars

Heute ein lustiges Video über den Aufstand der Bio-Lebensmittel gefunden.

Quinoa Ernte in Bolivien

Es ist wieder mal eine dieser mühsamen Reisen im bolivianischen Hochland. Seit Stunden kämpft sich der Jeep auf holpriger Piste in Richtung Salar de Uyuni, dem weltgrössten Salzsee (Fläche ca. ¼ der Schweiz). Auf rund 4’000müM brennt die Sonne viel intensiver, wir sind “geschlaucht”. Zugegeben die Zeitplanung war kein taktisches Meisterwerk, so dass wir die Salzwüste bei Dunkelheit überqueren müssen. Im Benzintank herrscht Leere, die letzten beiden Tankstellen waren den Namen nicht wert (“No hay gasolina”), bolivianischer Alltag halt. Oscar, Fahrer und Chef der Quinoakooperative, löscht das Licht der Karre aus und orientiert sich an den winzigen Lichtern der Dörfer am Rande des Salars. Auf dem Zahnfleisch erreichen wir Uyuni.

Salar de Uyuni - Salzsee
Salar de Uyuni - Salzsee

Im Gebiet um diesen mystischen Salzsee wächst Quinoa. Es ist fast unvorstellbar, dass auf diesen kargen Böden überhaupt etwas zu kultivieren ist. Umgeben von Lamas, Alpacas, Vicuñas und dürren Gräser blühen die Quinoafelder in intensiven Farbtönen.

Quinoa Pflanzen
Quinoa Pflanzen

Auf einer Anhöhe treffen wir eine Bauernfamilie bei der Ernte. Die Grossmutter ist für die Verpflegung zuständig, der Rest der Familie “malocht” auf dem Feld. Sämtliche Arbeitsschritte geschehen durch Muskelschmalz ohne Hilfe mechanisierter Geräte. Erst werden die Quinoastauden (bis zu 2m hoch)
ausgerissen, dann zu Bündeln zusammengetragen und auf dem Dreschplatz verteilt. Wir helfen mit. Die Sonne brennt wieder unerbärmlich. Auf 4’000 müM zu laufen ist eine Sache, Quinoabündel über Äcker zu schleppen ist was anderes. Wir spüren die Höhe, Sorache (Höhenkoller) schleicht sich an.

Quinoa Ernte
Quinoa-Bündel werden zusammengetragen und im Wind sortiert

Doch noch sind die Quinoakörner nicht gewonnen. Dazu wird ein weiterer Helfer eingespannt. Der Wind! In überdimensionalen Sieben wird das gedroschene Quinoa in die die Luft geworfen. Der Wind “sortiert” die
Quinoakörner vom Resten.


Lohn von 4 Stunden Arbeit

Unterdessen hat die Abuela (Grossmutter) auf dem offenen Feuer eine herrliche Quinoasuppe zubereitet. Wir sitzen mit den Bauern am Boden und unterhalten uns über Qualität, faire Preise, Konkurrenten und über
Möglichkeiten sie zu unterstützen.

In speziellen Anlagen wird das Korn später weiter gewaschen, entbittert, optisch nach Farben sortiert, entsteint und schlussendlich in 25kg-Säcke abgepackt und für den Export bereitgestellt. Nun folgt eine lange Reise mit Camion, Schiff, und Bahn.

Weitere Informationen zu den Projekten der swipala findet man auf www.swipala.com. Die Quinoa Produkte können bequem über den bio&fair Webshop bestellt werden.

Informationensportale für Labels

Für den interessierte KonsumentIn ist es immer schwieriger, im Labeldschungel den Durchblick zu behalten. Informationsplattformen im Internet bieten Abhilfe. Folgend ein paar empfehlenswerte Links:

Schweiz:

Deutschland:

Feine Rezepte aus Palästina

Palästina ist eines der Mutterländer der Olivenbaumkulturen am östlichen Mittelmeer. Darauf sind die Palästinenser stolz und viele Familienbetriebe verdienen ihren Lebensunterhalt bis heute mit der Ölherstellung. Unser feines, kalt gepresstes (Extra Vergine) bio&fair Olivenöl hat eine kräftige Farbe und passt mit seinem würzigen Geschmack vorzüglich zu allen Köstlichkeiten der mediterranen Küche.

Unser bio&fair Olivenöl aus Palästina importieren und lizenzieren wir gemeinsam mit der Olivenöl Kampagne. Die Olivenöl Kampagne ist eine Gruppe, Frauen und Männer, die sich von der nahöstlichen Tragödie betroffen fühlen und sich engagieren wollen. Einzelne bauen seit Jahrzehnten an langfristigen, Grenzen überschreitenden Projekten mit, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Frauenförderung und Landwirtschaft. Mit dem Gewinn aus der Freiwilligenarbeit und dem Solidaritätsfranken werden Kleinbauern sowie verschiedene Hilfsprojekte in Palästina unterstützt und die Verständigung zwischen den am Konflikt Beteiligten gefördert.

Die Kampagne hat feine traditionelle Rezepte aus Palästina zusammen gestelllt, welche wir natürlich gerne weiter empfehlen:

Viel Spass beim Ausprobieren!

Schweizer sind Bio-Weltmeister

Gemäss BioSuisse sind die Schweizer Weltmeister im Konsum von Bio Lebensmittel: durchschnittlich geben die Schweizer Haushalte jährlich rund 175 Franken für Bio-Produkte aus. Vor allem bei Gemüse und Früchten griffen die Schweizer im vergangenen Jahr auf Bio-Produkte zurück. Die hohe Nachfrage bei Bio-Eiern führte sogar zeitweise zu Lieferengpässen.

Der Umsatz mit Bio-Produkten stieg im Jahr 2007 um 7,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken (8% des Gesamtumsatzes), ein doppelt so starkes Wachstum wie bei konventionell erzeugten Lebensmitteln. Von den steigenden Umsätzen profitierten besonders die Direktvermarkter und der Bio-Fachhandel. Die Direktvermarkter kamen 2007 auf einen Umsatz von 62 Millionen Franken (plus 12 Prozent), die Bioläden und Reformhäuser auf einen von 199 Millionen (plus 10 Prozent).

Weitere Infos: NZZ Artikel vom 27.03.2008

Ökobilanzen werden in Politik und Wirtschaft mehr und mehr genutzt. Mit ihnen lassen sich die Umweltwirkungen von Produkten umfassend analysieren. Ein wichtiges Hilfsmittel sind Datenbanken, von denen die grösste, die Datenbank Ecoinvent, aus der Schweiz stammt.
Lukas Denzler, 5. März 2008, Neue Zürcher Zeitung

…. Ein besonderes Augenmerk richtet sich derzeit wegen des Klimawandels auf die CO 2 -Bilanz. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die CO 2 -Bilanz in vielen Fällen ein guter Indikator für die gesamten Umweltwirkungen eines Produkts sei, sagt Stefanie Hellweg, Professorin für ökologisches Systemdesign an der ETH Zürich. Entscheide jedoch nur darauf abzustützen, wie sich die CO 2 -Emissionen möglichst stark reduzieren liessen, hält Hellweg für problematisch. Als Beispiel nennt sie einige Technologien, die die Umwelt sauberer machen, aber den Energieverbrauch erhöhen. Dazu gehören die heute übliche Abwasserbehandlung oder die Rauchgasreinigung bei der Abfallverbrennung. Diese verschlechterten zwar die CO 2 -Bilanz, so Hellweg. Auf sie zu verzichten, brächte aber sauren Regen, dreckige Luft und stark verschmutzte Gewässer mit sich – was sich in der Ökobilanz ebenfalls niederschlüge.

Eine ganzheitliche Betrachtung ist auch bei den Biotreibstoffen erforderlich. Diese könnten, obwohl CO 2 -arm im Gebrauch, laut zahlreichen Studien der letzten Monate nämlich dramatische ökologische Schäden wie etwa die Zerstörung tropischer Regenwälder nach sich ziehen. Auch ist zu befürchten, dass Biotreibstoffe die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben. Eine Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) kam im Mai 2007 zum Schluss, dass einige Biotreibstoffe die Treibhausgasemissionen gegenüber Benzin zwar um mehr als 30 Prozent reduzieren. Anbau und Herstellung der verwendeten Pflanzen verursachen hingegen oft höhere Umweltbelastungen als Benzin und Diesel.
Steuerbefreiung von Ökobilanz abhängig
Eine genaue Betrachtung des einzelnen Falls ist indes unerlässlich. So schneidet etwa Biodiesel aus Soja in der Empa-Studie sehr schlecht ab, weil für die Sojaproduktion oft Regenwald gerodet wird. Die Zürcher Firma Gebana, die auf den Import von biologisch produzierten Lebensmitteln aus der Dritten Welt spezialisiert ist, hat letztes Jahr zusammen mit Migrol jedoch Biodiesel aus brasilianischem Soja lanciert, der ökologische Kriterien sowie jene des fairen Handels erfüllt. Bestätigt wird das durch die eigens für dieses Produkt durchgeführte Ökobilanz. Diese fällt positiv aus, weil die Bauern keinen Urwald roden, ihre Flächen nicht bewässern und keine synthetischen Dünger und Pestizide anwenden. Das Öl ist ein Nebenprodukt der Verarbeitung von Sojabohnen und steht somit auch nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Dass Ökobilanzen in der Schweiz derzeit gerade bei Biotreibstoffen so hoch im Kurs stehen, ist kein Zufall. Das Parlament hat im März 2007 nämlich entschieden, Biotreibstoffe nur von der Mineralölsteuer zu befreien, wenn diese über eine positive ökologische Gesamtbilanz verfügen – eine Bestimmung, die laut Fachleuten bisher einmalig und wegweisend für die Zukunft ist. …

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Bio-Lebensmittel gehören zum guten Ton

Eine im Februar 2008 durchgeführte Studie des Marktforschungsinstitutes INNOFACT hat ergeben, dass 85% der Deutsch-Schweizer bei bestimmten Produkten wie z.B. Eier und Gemüse auf ein Bio- oder Regio-Label achten. Für den Kauf von Bio- oder Regioprodukten sprechen vor allem die bessere Qualität der Produkte (64%) und der persönliche Beitrag zur Förderung des regionalen Wirtschaftstandortes (61%). Gegen den Kauf sprechen zu hohe Preise (80% der befragten Nicht-Käufer) und fehlendes Vertrauen in angebotene Labels/ Marken wie Knospe, demeter, Bio Suisse (24% der befragten Nicht-Käufer). Die Anzahl und die Positionierung der verschiedenen Öko-Labels sind für den Konsumenten nicht mehr überschaubar. Der Konsument straft die mangelnde Transparenz mit Vertrauensentzug und als Folge davon mit Nichtkauf (15% aller befragter Deutsch-Schweizer). Weitere Informationen.