| Autor: Patric Fuhrimann (Swipala) | 29. April 2008 |
Es ist wieder mal eine dieser mühsamen Reisen im bolivianischen Hochland. Seit Stunden kämpft sich der Jeep auf holpriger Piste in Richtung Salar de Uyuni, dem weltgrössten Salzsee (Fläche ca. ¼ der Schweiz). Auf rund 4’000müM brennt die Sonne viel intensiver, wir sind “geschlaucht”. Zugegeben die Zeitplanung war kein taktisches Meisterwerk, so dass wir die Salzwüste bei Dunkelheit überqueren müssen. Im Benzintank herrscht Leere, die letzten beiden Tankstellen waren den Namen nicht wert (“No hay gasolina”), bolivianischer Alltag halt. Oscar, Fahrer und Chef der Quinoakooperative, löscht das Licht der Karre aus und orientiert sich an den winzigen Lichtern der Dörfer am Rande des Salars. Auf dem Zahnfleisch erreichen wir Uyuni.
Im Gebiet um diesen mystischen Salzsee wächst Quinoa. Es ist fast unvorstellbar, dass auf diesen kargen Böden überhaupt etwas zu kultivieren ist. Umgeben von Lamas, Alpacas, Vicuñas und dürren Gräser blühen die Quinoafelder in intensiven Farbtönen.
Auf einer Anhöhe treffen wir eine Bauernfamilie bei der Ernte. Die Grossmutter ist für die Verpflegung zuständig, der Rest der Familie “malocht” auf dem Feld. Sämtliche Arbeitsschritte geschehen durch Muskelschmalz ohne Hilfe mechanisierter Geräte. Erst werden die Quinoastauden (bis zu 2m hoch)
ausgerissen, dann zu Bündeln zusammengetragen und auf dem Dreschplatz verteilt. Wir helfen mit. Die Sonne brennt wieder unerbärmlich. Auf 4’000 müM zu laufen ist eine Sache, Quinoabündel über Äcker zu schleppen ist was anderes. Wir spüren die Höhe, Sorache (Höhenkoller) schleicht sich an.

Quinoa-Bündel werden zusammengetragen und im Wind sortiert
Doch noch sind die Quinoakörner nicht gewonnen. Dazu wird ein weiterer Helfer eingespannt. Der Wind! In überdimensionalen Sieben wird das gedroschene Quinoa in die die Luft geworfen. Der Wind “sortiert” die
Quinoakörner vom Resten.
Unterdessen hat die Abuela (Grossmutter) auf dem offenen Feuer eine herrliche Quinoasuppe zubereitet. Wir sitzen mit den Bauern am Boden und unterhalten uns über Qualität, faire Preise, Konkurrenten und über
Möglichkeiten sie zu unterstützen.
In speziellen Anlagen wird das Korn später weiter gewaschen, entbittert, optisch nach Farben sortiert, entsteint und schlussendlich in 25kg-Säcke abgepackt und für den Export bereitgestellt. Nun folgt eine lange Reise mit Camion, Schiff, und Bahn.
Weitere Informationen zu den Projekten der swipala findet man auf www.swipala.com. Die Quinoa Produkte können bequem über den bio&fair Webshop bestellt werden.
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