| Autor: Janine Rossmann | 24. August 2010 |
Die gebana Brasil erhielt einen Oikocredit-Award als herausragendes Projekt ausgezeichnet. Neben einem Kunstgegenstand durfte sie eine Prämie von 5000 USD in Empfang nehmen.
Am 9. Juni 2010 nahm Janine Rossmann (Quality Department gebana Brasil) an der Generalversammlung von Oikocredit teil, um die gebana Brasil den dort Teilnehmenden vorzustellen. Oikocredit ist eine international tätige Genossenschaft mit Hauptsitz in Holland. Ihr Ziel ist die Entwicklungsförderung durch Kreditvergabe an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine Unternehmen benachteiligter
Menschen in Entwicklungsländern sowie die Mobilisierung von kirchlichem und privatem Kapital für solche Projekte. Oikocredit ist ein langjähriger Partner der gebana AG und hat im Jahr 2007 einen Kredit über 100′000 USD für den Ausbau der Sojalezithinanlage der gebana Brasil bewilligt.
Im Rahmen der Oikocredit Generalversammlung wurden 3 Awards für herausragende Projekte vergeben. Die Projekte mussten unter anderem folgende Kriterien entsprechen:
Nach einem Firmenrundgang und der Übergabe des Awards an den Geschäftsführer, Cesar Colussi, ging es zum Artesanato. Dies ist ein lokales Geschäft, welches Produkte verkauft, die in der Region hergestellt worden sind (Handarbeiten, Nahrungsmittel und Cachaça).
Anschliessend stand noch ein gemeinsames Mittagessen mit Produzentenfamilien auf dem Programm und der Besuch beim gebana Bauern Alberto Fritzen. Die Besucher von Oikocredit haben den Tag sehr genossen und sind mit vielen Eindrücken und interessanten Gesprächen direkt mit unseren Produzenten nach Hause in Ihre Heimatländer gereist.
| Autor: Janine Rossmann | 8. April 2010 |
Lotti und Josef Stöckli drehen derzeit einen Dokumentarfilm über den Sojaanbau in Brasilien. Dazu haben Sie im März die gebana Brasil und einige Bio-Sojabauern besucht. Dabei entstand das nachfolgende Interview über ihren Film und ihre Arbeit in Capanema.
Die Filme von Lotti und Josef Stöckli haben immer einen sozialen Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die am Rande leben, sich dabei jedoch für ein besseres Leben einsetzen und nicht dem Fatalismus verfallen sind. Das letzte Werk der Stöcklis ist eine Dokumentation über den Kampf der Landlosen in Brasilien. Der Film wurde am Internationalen Nord-Süd-Filmfestival in Genf ausgezeichnet und von verschiedenen europäischen Fernsehsendern ausgestrahlt.
1. Lotti und Josef Stöckli, was ist eure Filmidee?
Wir werden jetzt in der Erntezeit verschiedene Soja-Anbaugebiete Brasiliens besuchen, kleine und grosse. Der biologische Anbau wird ebenso thematisiert wie der gentechnische und der konventionelle. Und dann sollen auch Gegner und Befürworter des RTRS (Round table for sustainable Soy) zu Wort kommen. Welche Botschaft am Schluss im Zentrum steht und wo die Prioritäten gesetzt werden, kann jetzt noch nicht schlüssig gesagt werden, da die Dreharbeiten eben erst begonnen haben.
2. Welche Wichtigkeit hat für euch die Soja-Thematik?
Soja ist eine Wunderbohne, hat aber leider viele Schattenseiten, ökologisch und sozial. In Brasilien wird heute bereits 1/3 der gesamten Ackerfläche mit Soja bebaut, insgesamt etwa 21 Mio ha, und es sollen in den nächsten Jahren noch einige Millionen ha dazukommen. In der Schusslinie sind vor allem der Cerrado und das Amazonasgebiet. Die Sojaexpansion aber führt immer mehr zu Landkonflikten, Vertreibungen und ille
galer Landnahme. Die Bodenkonzentration nimmt zu, der Primärwald wird abgeholzt, Tiere und Pflanzen verschwinden. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln geht zurück, die Preise steigen, die lokale Bevölkerung hat das Nachsehen.
Die Schweiz importiert jährlich etwa 250 000 Tonnen Soja für die Herstellung von Futtermitteln, fast alles kommt aus Brasilien. Der Konsument will Fleisch und Eier essen, die nicht gentechnisch vergiftet sind und der brasilianische Soja erfülle diese Voraussetzungen, heisst es. Ob das stimmt ist aber mehr als fraglich: Fachleute sagen, dass im Matto Grosso bereits die Hälfte der Produktion Gen-Soja ist und in Rio Grande do Sul seien es schon über 90%. Im Film soll auch ein Bezug zu den Importländern, u.a. die Schweiz, hergestellt werden.
3. Wie habt ihr die Soja-Produktion der hiesigen Kleinbauern erlebt?
Filmisch konzentrieren wir uns auf die Arbeit eines einzigen Produzenten. Es ist ein Bio-Kleinbauer, der im Gegensatz zu den meisten anderen noch mit der Sichel schneidet. Er bezieht die Samen von der gebana und benützt eine Dreschmaschine, die er nicht an andere Bauern ausleiht. Bei der Ernte hilft die ganze Familie mit und das Jäten erfordert sehr viel Zeit. Was der Gensoja-Produzent mit seinem Glyphosat in einer Stunde an Unkraut vernichtet, dafür braucht der Kleinbauer eine ganze Woche. Er nimmt diese Mehrarbeit gerne auf sich. So stellt er sicher, dass sein Soja nicht genverseucht ist, der Boden bleibt fruchtbar, sein Soja hat eine hohe Qualität und er bekommt einen guten Preis dafür.
4. Was hat euch hier in Capanema am meisten beeindruckt?
Wir sind beeindruckt von der guten Zusammenarbeit zwischen der gebana und den Soja-Kleinbauern. Wir haben verschiedentlich gehört, dass die Institution gebana für sie eine grosse Hilfe ist. Die kleinen Produzenten schätzen es sehr, dass ihre Anliegen ernst genommen werden, dass man ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und dass sie für ihre Produkte und für ihre Arbeit gerecht entlöhnt werden.
5. Möchtet ihr am Schluss noch etwas anmerken?
Ja, wir möchten der Gebana ganz herzlich danken für die spontane Bereitschaft, uns bei den Dreharbeiten behilflich zu sein. Ohne die permanente Unterstützung und Begleitung wäre die filmische Arbeit nicht möglich gewesen.
Und noch dies: Meinungen, Hinweise und Vorschläge für unser Soja-Filmprojekt sind sehr willkommen: stockli@gmx.ch
| Autor: Sandra Dütschler | 26. März 2010 |
„Die ganze Familie war damals mit Hab und Gut neun Tage lang auf der Ladefläche eines Lastwagens unterwegs”, erzählt Deuclides Peraro über die Reise seiner Familie aus dem südlichen Bundesstaat Santa Catarina in die Region Capanema, Brasilien. Das war 1955, heute braucht man noch wenige Stunden für dieselbe Strecke.
Der 60-jährige Deuclides sitzt zusammen mit seinen beiden Brüdern Dilço (62) und Dilo (58) in der schattigen Veranda seines Hauses, die drei erzählen aus ihrem Leben. Die Brüder wohnen zusammen mit der jüngsten Schwester noch immer in der Gegend, in die sie als Kinder mit ihren Eltern kamen und betreiben hier Landwirtschaft. Unweit voneinander angesiedelt, arbeiten alle drei seit den Anfängen mit der gebana Brasil zusammen. Umgestiegen auf biologischen Landbau sind sie aber bereits vor 15 Jahren, als die erste Firma nach Capanema kam, die mit biologischem Soja handelte. Dilo erinnert sich noch gut: „Wir wurden ausgelacht, weil wir uns diese Mehrarbeit auf dem Feld aufhalsten”.
Auswandern, weiterwandern
Doch Anstrengungen scheuen die Peraros nicht. Die geschilderte Reise nach Capanema war nicht die erste und bei weitem nicht die beschwerlichste in der Familiengeschichte. Deuclides zeigt auf das mit Kohle gemalte Portrait eines Ehepaars, das im Wohnzimmer hängt: Es sind die Grosseltern, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft aus Norditalien nach Brasilien ausgewandert sind.
Die Weiterreise in den 1950er Jahren unternahm die Familie um von einem staatlichen Kolonisierungsprogramm zu profitieren, das kostenlos Ländereien an Siedler übergab. Das Land war damals noch mit Urwald bedeckt, den die Kolonisten in mühsamer Handarbeit roden mussten. Wie es damals hier ausgesehen hat, zeigt ein Blick auf die andere Seite des kaum anderthalb Kilometer entfernten Iguaçufluss: Dank dem Nationalpark ist der ursprüngliche Wald dort bis heute erhalten geblieben. „Wenn der Tiger im Wald brüllte, sammelte uns der Vater im Haus um sich, um uns zu beschützen”, erzählt Dilço. Man habe Feuer entfacht und die Hunde losgelassen, um die Tiere zu verscheuchen. „Tiger” wird im Volksmund der Jaguar genannt, der heute nur noch im Nationalpark lebt.
Mit acht Litern Milch zur Schule
Angebaut wurde zunächst nur für den Eigenverbrauch, erst später begann die Familie Milch und Schweinefleisch sowie Mais und Soja zu verkaufen. „Unsere Mutter hatte uns spezielle Westen genäht, mit denen wir auf dem Rücken und vor dem Bauch je drei Liter Milch in die Stadt mitnehmen konnten, wenn wir zur Schule gingen”, erinnert sich Deuclides, „einen weiteren Liter nahmen wir in jede Hand.”
Als die Mutter 1965 mit dem zehnten Kind schwanger war, starb Vater Peraro. „Von da an war unsere Mutter mit uns allein. Trotzdem entschied sie sich, auf dem Land zu bleiben”, erzählen Deuclides, Dilço und Dilo nicht ohne Stolz. Und trotz harter Zeiten ist die Frau bis heute geblieben: Zusammen mit ihrer jüngsten, behinderten Tochter lebt die heute 89-Jährige bei Deuclides und seiner Frau Salete, die sie liebevoll pflegen.
| Autor: Sandra Dütschler | 13. Juli 2009 |
Brasiliens Biobäuerinnen und -bauern befinden sich auf dem steinigen Weg zur Nachhaltigkeit. Der Anbau von genverändertem Soja ist eines der Hauptprobleme brasilianischer Biobauern. Im Südwesten des Bundesstaates Paraná bauen Kleinbauern erfolgreich Biosoja an. Doch die sich ausbreitende Gentechnik bedroht die nachhaltige Produktion. Ein Bericht von Sandra Dütschler in der aktuellen Ausgabe von Lateinamerika Nachrichten. Sie ist Mitarbeiterin bei gebana Brasil.
Die Sonne steht am höchsten Punkt, der Himmel ist tiefblau, die Hitze drückt in die Senke. Kühe liegen im Schatten der Bäume, die das Bächlein säumen, welches zwischen den Feldern und Wiesen hindurchfließt. Neben der Weide wächst ein Streifen Zuckerrohr, dahinter steigen rund um die Senke Wald die Hügel empor. Die Szenerie ist äußerst idyllisch – wäre da nicht das unablässige Rattern eines Mähdreschers.
Es ist Erntezeit in Capanema, im Süden Brasiliens. Roberto Rama, der in der zweiten Generation auf diesem Boden Landwirtschaft betreibt, erntet heute sein Soja. Dabei helfen ihm Vater und Bruder, mit denen er das Land teilt. Ein Nachbar stellt gegen ein Entgelt seinen Lastwagen für den Transport der Ernte zur Verfügung, von einem weiteren Bekannten wurde der Mähdrescher samt Fahrdiensten gemietet. Einen Lastwagen oder eigene Landwirtschaftsmaschinen können sich die Ramas als Kleinbauern nicht leisten.
“Monsanto hat die Preise in der Hand und kann sie beliebig der Rentabilität des Sojaanbaus anpassen.”
Wer das gängige Bild vom brasilianischen Großgrundbesitzer kennt, der die Mähdrescher gleich zu Dutzenden über seine Felder schickt, stutzt spätestens an dieser Stelle: Ein Sojabauer, der sich keine eigenen Maschinen leisten kann? Doch damit nicht genug: Roberto Rama wirtschaftet nach internationalen Richtlinien des biologischen Landbaus und führt seinen Hof nach den Regeln der biodynamischen Landwirtschaft, die Rudolf Steiner um 1924 entworfen hat. Roberto Rama ist einer von rund 300 Kleinbauern in der Region um Capanama, im Südwesten des brasilianischen Bundesstaates Paraná, die biologisches Soja produzieren. Viele von ihnen haben nie etwas anderes als Biolandwirtschaft betrieben: „Auf meinen Feldern wurde noch nie Gift angewandt“, so Roberto Rama nicht ohne Stolz. Andere haben zu einer Zeit auf ökologischen Landbau umgestellt, als Bio in Europa noch eine Randerscheinung war: Angetrieben von Vergiftungsvorfällen in ihren Familien und vom Fischsterben in den Flüssen, stellte eine Gruppe von Landwirten die konventionelle Anbauweise in Frage. Sie entschieden sich, auf die Anwendung von Chemikalien zu verzichten und suchten nach nachhaltigeren, für Mensch und Umwelt unschädlichen Produktionsmethoden. 1994 entstand in der Region die erste Firma, die mit biologischem Soja handelte und den Bauern für den deutlich größeren Arbeitsaufwand einen entsprechenden Aufpreis zahlte.
Heute ist die gebana Brasil im Geschäft mit Biosoja aktiv. Die 2002 gegründete Firma ist ein Schwesterunternehmen der gebana Schweiz, die aus einer der ersten Initiativen für gerechten Handel mit Bananen („gebana“ steht für „gerechte Banane“) hervorgegangen ist. Bis heute basieren die Grundsätze der gebana auf denjenigen des fairen Handels und der Nachhaltigkeit: Der Schwerpunkt der Produktion liegt bei Kleinbauern, denen ein direkter Marktzugang ermöglicht wird und für das bio-zertifizierte Soja werden Preise bezahlt, die bis zu 50 Prozent über dem üblichen Marktpreis liegen. In Kürze sollen außerdem die ersten Produzentenvereinigungen mit dem Fairhandelslabel FLO zertifiziert werden.
Doch die Wege der Bioproduzenten in Südbrasilien sind steinig, wie das Beispiel von Roberto Rama zeigt. Der junge Familienvater kann mit seiner Ernte eigentlich zufrieden sein: Die blassgelben Erbsen sind fest und gleichförmig groß, die Schoten hängen zahlreich von den Pflanzen. Dies ganz im Gegensatz zu vielen anderen Sojabauern der Region, die aufgrund einer ausgedehnten Trockenperiode einen Großteil ihrer Ernte verloren haben. Als Roberto seine Ladung jedoch am Firmensitz der gebana Brasil abliefert, zeigt ein Schnelltest, dass die Bohnen Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aufweisen. Die Verunreinigung durch fremdes Pflanzengut kommt wahrscheinlich von dem Mähdrescher, der zuvor genverändertes Soja geerntet hatte, oder durch den Lastwagen, der solches transportiert hatte. Selbst bei gründlicher Reinigung können diese Maschinen durch kleinste Rückstände eine ganze Ladung verseuchen. Doch die kleinen Familienbetriebe sind auf die geliehenen Geräte angewiesen, eigene Maschinen sind für sie unerschwinglich. Roberto Rama bekommt trotz GVO-Spuren den vollen Demeter-Preis für sein Soja ausbezahlt, doch die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben: „Ich baue bewusst biologisch an und bemühe mich, alles richtig zu machen – und alles nützt nichts“, bemerkt Roberto ernüchtert und nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Genverändertes Soja ist ein ernsthaftes Problem für uns“. Darin kann ihm Eduardo Mattioli Rizzi, Leiter des Sektors landwirtschaftliche Produktion der gebana Brasil, nur zustimmen. Bereits jetzt ist er daran, GVO-freies Saatgut für den nächsten Sommer zu besorgen, doch dies ist ein schwieriges Unterfangen. Die Saatgutproduktion ist mehrheitlich auf genveränderte Sorten ausgerichtet und selbst konventionelles Saatgut weist nicht selten GVOSpuren auf, denn auch die Saatgutproduzenten sind vor Kontamination durch den Blütenstaub benachbarter GVO-Felder nicht gefeit.
Das zweite große Problem der gebana Brasil sind Soja-Lieferungen der Bäuerinnen und Bauern, die durch Blütenstaub oder durch verschmutzte Maschinen kontaminiert worden sind. Während winzige Spuren, wie sie in der Ladung von Roberto Rama gefunden wurden, von den Bio-Normen noch toleriert werden, ist dies bei einer stärkeren Verseuchung nicht mehr der Fall. „Dieses Jahr mussten wir die Lieferung von zehn Bauern ablehnen, weil sie GVO-Werte aufwiesen, die über der Toleranzgrenze lagen“, erklärt Eduardo Rizzi. Dies tue niemand gern, meint er, doch die verseuchten Bohnen dürften auf keinen Fall in den firmeneigenen Verarbeitungsprozess gelangen. Den Frust abgewiesener Bäuerinnen und Bauern, die ihre Felder immer gemäß der Regeln gepflegt und in mühsamer Handarbeit gejätet haben, kann man sich nur allzu gut vorstellen.
Der Gefahr der Kontamination seines Biosojas durch GVO beugt Bauer Abelino Murinelli auf seine eigene Art und Weise vor. Einige Kilometer Luftlinie entfernt von Roberto Rama macht er sich zusammen mit seiner Frau, zwei Nachbarn und seinen beiden Söhnen auf zu seinem Feld. Lächelnd weist Abelino auf sein Arbeitsgerät, eine Sichel: „Ich mähe mein Soja immer von Hand“, erkärt er, als wäre dies das Selbstverständlichste der Welt. In der immer noch erbarmungslos auf die Erde prallenden Nachmittagssonne machen sich Abelino und seine HelferInnen daran, die ausgetrockneten Stängel büschelweise durchzuschneiden, zusammenzutragen und in einer benzinbetriebenen Dreschmaschine die Bohnen vom Rest der Pflanze zu trennen. Man scherzt und lacht zusammen, gönnt sich ab und zu einen Schluck Wasser aus der mitgebrachten Kanne und nimmt die körperlich harte Arbeit in Kauf: „So weiß ich wenigstens mit Sicherheit, dass mein Soja sauber bleibt“, erklärt Abelino.
Für die 1,5 Hektar Soja, die Abelino Murinelli diesen Sommer angebaut hat, mag die Handernte eine Alternative sein, doch selbst unter Kleinbäuerinnen und -bauern erntet heute kaum noch jemand manuell. Neben der anstrengenden körperlichen Arbeit hindert vor allem das Fehlen von Arbeitskräften, verursacht durch die Abwanderung der jungen Leute in städtische Gebiete, die Bäuerinnen und Bauern daran, mit der Sichel zu ernten. Es sind einerseits dieser Arbeitskräftemangel, vor allem aber die Kosten von Arbeitskräften, der in Brasilien immer mehr GroßgrundbesitzerInnen, aber auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe, zu genveränderten Sojasorten greifen lässt. Denn die aktuelle Generation genveränderten Sojas ist resistent gegen das aggressive Pflanzengift Glyphosat, das sämtliches Unkraut effizient abtötet und dem Anwender dadurch eine Menge Arbeit und Geld erspart. So lautet jedenfalls die Argumentationslogik, mit der 2004 die brasilianische Regierung nicht nur von Seiten des GVO-Herstellers Monsanto, sondern auch von Bauernvereinigungen massiv unter Druck gesetzt wurde, um den Anbau genveränderter Pflanzen freizugeben. Die oft massiv verschuldeten Landwirte sollten es so endlich schaffen, rentabel zu wirtschaften, hieß es damals. Doch wie sieht die finanzielle Situation der brasilianischen Bäuerinnen und Bauern heute, fünf Jahre nach der Einführung der Gentechnik, aus? „Kaum anders als ohne Gentechnik“, sagt der Agronom Eduardo Mattioli Rizzi und erklärt auch gleich, warum: „Monsanto bot ihr glyphosathaltiges Herbizid zu Beginn tatsächlich günstig an und der Anbau von genverändertem Soja verschaffte dem Bauern eine höhere Gewinnmarge. Doch dann sind die Preise massiv angestiegen und die Marge war Vergangenheit.“ Aufgrund ihrer Patentrechte hat das multinationale Unternehmen Monsanto die Preise in der Hand und kann sie beliebig der Rentabilität des Sojaanbaus anpassen. Dass die Bäuerinnen und Bauern von dieser Situation langfristig profitieren, ist kaum zu erwarten.
Die brasilianischen Bäuerinnen und Bauern haben mit vielerlei Arten von Abhängigkeit zu kämpfen, das zeigt das Beispiel von Oswaldo Jair Woiechowski. Er hatte zwölf Jahre lang für einen Verarbeitungsbetrieb Hühner gemästet. „Dabei habe ich nicht einmal gemerkt, dass ich ausgebeutet wurde“, sagt der heute 38-Jährige und schiebt seine Che Guevara-Mütze zurück. Doch irgendwann hat es Oswaldo gereicht, er hat die Hühnerfarm aufgegeben und begonnen, biologischen Ackerbau zu betreiben. „Damit du anfängst umzudenken, musst du ganz unten ankommen“, sagt er nachdenklich, und: „Heute verdiene ich weniger, aber mein Leben ist selbstbestimmt und ich bin unabhängiger – und glücklicher“.
Zum Anbau von genverändertem Soja meint Oswaldo: „Das Zerstörungspotential von GVO ist riesig, es trifft nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch Luft und Wasser.“ All diese Effekte würden von den Großkonzernen, die GVO-Saatgut und Spritzmittel anbieten, natürlich verschwiegen und gerade auf dem Land hätten die Leute nicht die Möglichkeit, diese Mechanismen zu hinterfragen, so Oswaldo. Der kritische Bauer spricht von „Bewusstseinsbildung“ und Widerstandskampf“. Doch die Zukunft der brasilianischen Landwirtschaft im Zusammenhang mit GVO sieht er pessimistisch: „Der Mensch gibt den Dingen erst dann Wert, wenn er sie nicht mehr hat. Zu diesem Effekt muss es mit dem Anbau von Gensoja kommen“, meint er und zieht den Vergleich mit dem eigenen Leben: „Erst wenn wir ganz unten angekommen sind, werden wir merken, dass Gentechnik das falsche Mittel ist.“
„Erst wenn wir ganz unten angekommen sind, werden wir merken, dass Gentechnik das falsche Mittel ist.“
Eduardo Mattioli Rizzi sieht es nicht ganz so düster, wenigstens nicht für die biologische Landwirtschaft. Die größte Herausforderung sei es, die Anbaukosten zu reduzieren, „das bedeutet vor allem, dass wir das Unkrautproblem mechanisch in den Griff kriegen müssen“, erklärt er. Darin, dass eine Erleichterung des ökologischen Anbaus zusammen mit der steigenden Nachfrage nach biologischen Produkten auch bei Großkonzernen das Interesse wecken könnte, sieht Eduardo sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits könnten diese Unternehmen die Forschung entscheidend vorantreiben, andererseits ist sich der Agronom bewusst, dass damit auch die Preise und damit die Gewinne der Bauern sinken würden.
Eine Chance könnte das steigende Interesse an nicht-genverändertem Soja bedeuten. Vor allem aus Europa werden zur Förderung vom Anbau von Sorten ohne Genveränderung derzeit Prämien und Projektgelder gesprochen. Werden diese finanziellen Mittel effektiv umgesetzt und gelangen bis zu den Produzenten, könnten auch in der Region Capanema die Bauern wieder vermehrt zur konventionellen oder sogar biologischen Landwirtschaft zurückkehren. Dies würde die Kontaminationsgefahr einschränken und den 300 Bio-Kleinbauern in der Region das Wirtschaften erheblich erleichtern.
| Autor: Hafid Derbal | 7. April 2009 |
Seit einigen Jahren ist in Brasilien der Anbau von genmanipuliertem Soja erlaubt. Für die Biobauern der gebana Brasil stellt dies ein ernsthaftes Problem dar.
Es ist die Zeit der Sojaernte in Capanema, im Südosten Brasiliens, auch für den Biobauern Roberto Rama. Nachbar Ernesto hat seinen Mähdrescher und seine Fahrdienste gegen ein Entgelt zu Verfügung gestellt, Freund Mindo seinen Lastwagen für den Transport.
Roberto Rama kann zufrieden sein, die Trockenperiode hat seinen Pflanzen kaum geschadet, die hellgelben Bohnen sind von guter Qualität. Seit November hat er nach biologischen Demeter Richtlinien gepflanzt, gesät und gejätet. Dies bedeutet deutlich mehr Arbeit, wird jedoch am Ende der Erntezeit mit bis zu 60% höheren Preisen gegenüber dem Lokalmarkt vergütet. Doch Roberto Rama bleibt vorsichtig, denn er weiß, dass die Benutzung des Mähdreschers Gefahren birgt. In den letzten Wochen haben auch andere Bauern diesen benutzt, unter Ihnen auch welche, die genmanipuliertes Soja anbauen. So können Geräte und Ladeflächen von Lastwagen verunreinigt werden und selbst bei gründlicher Reinigung noch Spuren genveränderter Pflanzen aufweisen.
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Wenige Stunden später bewahrheitet sich Roberto Ramas Sorge: Ein Schnelltest bei der Annahmestelle der gebana Brasil zeigt, dass sein Soja winzige Spuren von genveränderten Organismen (GVO) enthält. Sein Soja wird gesondert behandelt und darf nicht mehr in den Export. Die Bioprämie bekommt er von der gebana Brasil dennoch, denn den Bauern trifft keine Schuld. Doch das Resultat des Schnelltests ist trotzdem frustrierend für ihn: „Ich baue bewusst schon viele Jahre biologisch an, da macht man alles gewissenhaft und trotzdem nützt es nichts. Genverändertes Soja ist für uns ein ernsthaftes Problem”, bemerkt Roberto Rama ernüchtert. Dabei sind nicht nur Verunreinigungen ein Problem, auch feiner Blütenstaub von benachbarten GVO-Feldern kann die biologisch angebauten Felder kontaminieren. Das wissen alle Beteiligten, doch wirklich sorgen tut es nur die betroffenen Biobauern.
Nur wenige Kilometer entfernt ist auch Abelino Murinelli dabei, sein Feld zu ernten. Er zeigt uns lächelnd sein Arbeitsgerät, eine Sichel, und erklärt, dass er seine gesamte Sojapflanzung von Hand mähen wird. Familie und Nachbarn helfen ihm dabei. Man lacht, amüsiert sich über unseren Besuch und nimmt die längere und härtere Arbeit in Kauf. „Dass es länger dauert, macht mir nichts aus. Mehr Arbeit ist bei uns Biobauern sowieso Tagesordnung. Aber so weiß ich, dass keine einzige Bohne verloren geht und dass mein Soja sauber bleibt”, erklärt uns Abelino Murinelli.
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Der Anbau genveränderter Organismen stellt für die biologisch pflanzenden Bauern in Capanema und somit auch für die gebana Brasil ein großes Problem dar, dessen Lösung nicht in tagelanger Handarbeit liegen kann. Dabei verbietet ein Gesetz jegliche genmanipulierte Pflanzung in einem Umkreis von 10km um jeden brasilianischen Nationalpark, so auch um den Nationalpark von Iguaçú, an den Capanema direkt angrenzt. Die Verabschiedung des Gesetzes 2007 hat allerdings nichts bewirkt, genmanipuliertes Soja gehört in der Region Capanema nach wie vor zum gängigen Bild. Seit Februar diesen Jahres wird die Durchsetzung des Gesetzes allerdings neu verhandelt, dies lässt Hoffnung aufkommen: Sowohl für die Biobauern als auch für die gebana Brasil wäre die strikte Durchsetzung eine große Erleichterung.
| Autor: Adrian Widmer | 27. März 2009 |
César Colussi ist Geschäftsführer und Teilhaber der gebana Brasil, die im September 2002 in Zusammenarbeit mit ihm gegründet wurde. Der heute 45-Jährige stammt aus Capanema selbst und ist Vater von zwei Töchtern.
Welche Aufgaben nimmt die gebana Brasil im Bereich (Vor-)Finanzierung der angeschlossenen Kleinbauern wahr?
Die gebana Brasil finanziert den Bauern die gesamte Produktion im Vorfeld: Saatgut und biologische Düngemittel werden zur Verfügung gestellt, ebenso werden die Mietkosten für landwirtschaftliche Maschinen zur Bearbeitung des Bodens und für die Ernte vorgestreckt. Wenn nötig, helfen wir den Bauern aber auch mit Geld, wenn es ihre finanzielle Lage nicht erlaubt, den Arzt oder die Nahrungsmittel für den nächsten Monat zu bezahlen.
Wie wirkt sich die aktuelle Finanzkrise in Brasilien aus? Mit welchen Problemen kämpft die gebana Brasil?
In einigen Sektoren macht sich die Finanzkrise stark bemerkbar, zum Beispiel in der Nahrungsmittelproduktion: Die Preise für Milch und Fleisch sind stark am Fallen. Bezüglich des Absatzes unserer Produkte merken wir von der gebana Brasil die Krise kaum. Allerdings ist es durch die aktuelle Situation für uns viel schwieriger, genügend Geld von den Banken zu erhalten, um den Bauern die Ernte abzukaufen.
Wie konkret hilft das neue Instrument der gebana Familie, die Handelsfinanzierung der gebana Brasil?
Die Handelsfinanzierung hilft uns sehr, denn die Banken verlangen als Geldgeber viel Bürokratie und es dauert lange, bis Geld freigegeben wird und schliesslich bei uns ankommt. Für uns ist das ein Problem, denn der Bauer will und braucht das ihm zustehende Geld an dem Tag, an dem er seine Ernte hier abliefert. Ausserdem sind die Zinsen der Banken enorm. Da es mehrere Monate dauert, bis die Ware beim Kunden ankommt und bezahlt wird, sind wir gezwungen, monatelang extrem hohe Zinssätze zu bezahlen. Hier bringt uns die neue Handelsfinanzierung der gebana grosse Vorteile: Wir können Geld einsparen und an sinnvolleren Orten einsetzen!
| Autor: Simon Brassel | 18. März 2009 |
Gebana-Rohwaren sind in den unterschiedlichsten Produkten enthalten. So enthält beispielsweise Rivella Gelb gebana bio&fair Sojaserum, welches bei der Produktion von Bio-Tofu in Deutschland anfällt und bei Cremen von Bodyshop bildet bio&fair Sojaöl von gebana Brasilien die Grundsubstanz.
Zu Ostern bieten wir ein neues Produkt mit gebana Beteiligung an: Schweizer Bio-Eier. Zur Herstellung von Bio-Eiern wird Bio-Soja als Futtermittel verwendet. Diese Soja wächst nicht in der Schweiz, sondern wird aus China, Brasilien und Osteuropa importiert. In Brasilien produziert beispielsweise ein einzelner Betrieb rund die Hälfte der landesweiten Bio-Soja. Dies entspricht der doppelten Menge, welche die 400 Kleinbauernfamilien der gebana Brasilien anbauen. Damit werden bei Bio-Ostereiern neben dem Einhalten von Biorichtlinien auch soziale Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne zum Thema.
Unsere Ostereier stammen von Schweizer Bio-Betrieben, welche ihr Futtermittel von der Mühle Lehmann beziehen. Da die Mühle Lehmann Kunde von gebana Brasilien ist, erhalten diese Betriebe bio&fair Sojapresskuchen. Bei diesen Eiern sind also nicht nur die Hühner glücklich, sondern auch die Kleinbauernfamilien, denen die gebana auch für ihre Soja zweiter Qualität einen angemessenen Fairtrade-Preis bezahlt. Erstaunlicherweise ist sogar die Ökobilanz der gebana Soja trotz dem weiten Schiffstransport sehr gut - dank dem Klima und der Handarbeit. Eine Studie dazu finden Sie unter www.gebana.com.
| Autor: Hafid Derbal | 22. Januar 2009 |
Es ist heiß an diesem Vormittag in Santa Izabel do Oeste, sehr heiß. Osvaldo Woicheowski ist gerade dabei, mit der Hacke seine Felder von Unkraut zu befreien. Das ist bei 37 Grad zwar mühsam, aber unumgänglich, denn Osvaldo baut biologisch an. Osvaldo und seine Familie leben in einem 13 km entfernten Städtchen, während der Woche arbeitet er jedoch auf dem Land, wo er den Kleinbetrieb der Eltern mittlerweile alleine führt. Die Mutter mache noch ein wenig Käse, der Vater kümmere sich um das Vieh, aber das Alter mache ihnen zunehmend zu schaffen, erzählt Osvaldo.

Osvaldo Woicheowski ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Santa Izabel do Oeste im Südwesten Brasiliens. Er hat sich vor zehn Jahren entschieden auf Biolandbau umzustellen und produziert seit einigen Jahren Soja, Mais, Bohnen und Weizen für die gebana Brasil. Er ist aktives Mitglied der ASSESOAR, einer brasilianischen NRO, die sich für die Belange der Bauern engagiert.
Die Hitze an diesem Tag ist nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit, wohl aber die Trockenheit der letzten Wochen. Der Klimawandel macht dem Biobauer Sorgen: „Wir haben der Natur soviel Gewalt angetan, nun müssen wir alle uns fragen, wo die Ursachen für diese Trockenperioden liegen und endlich Verantwortung übernehmen.”
Aufgrund des ausgebliebenen Regens haben die meisten Bauern in der Gegend Ernteverluste zu beklagen. Osvaldo kann dennoch lächeln: „Die Lage ist ernst, doch es ist nicht alles verloren und wir sind weniger betroffen als andere Familien. Es war damals die richtige Entscheidung, auf Biolandbau umzustellen.” Mit ernster Miene erzählt Osvaldo, dass diejenigen Nachbarn, die konventionelle und gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen gezwungen seien, mit Pestiziden zu arbeiten, die die Erde zusätzlich austrocknen und die Bauern zwingen, noch mehr dieser Mittel einzusetzen. Osvaldo kennt diesen „Teufelskreis”, wie er es selbst nennt, und ist froh, ihn hinter sich gelassen zu haben: „Die Entscheidung biologisch anzubauen, bedeutet für uns mehr Unabhängigkeit. Wir selber können bestimmen, was und wie wir anbauen, können selbstständig planen - und wir produzieren unseren eigenen Dünger! Alles in allem geht es uns besser; wirtschaftlich und gesundheitlich.” Er weiß aber, dass es vielen Bauern nicht leicht fällt biologisch zu produzieren, denn die Umstellung kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Dabei kritisiert er, dass vom Staat immer noch zu wenig in die biologische Landwirtschaft und in Familienbetriebe investiert wird. „Wenn wir als Kleinbetriebe und Biobauer überleben wollen, brauchen wir auch eine grundlegende Bildung in diesem Bereich”, gibt er zu bedenken.
Auf die Frage hin, wie er angesichts des ausbleibenden Regens in den letzten Wochen die Zukunft auf dem Land sieht, erzählt er, dass er in den nächsten Monaten hierhin zurückziehen wird: „Die nächste Stadt ist nur wenige Kilometer entfernt und meine Töchter können es kaum erwarten, wieder auf dem Land zu leben. Es wird schon alles gut gehen und diese Woche soll es auch wieder regnen. Hier sagen wir, der Regen kommt nie zu spät.” Und tatsächlich: Seit einigen Tagen regnet es wieder im Südwesten Paranás.
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| Autor: Sandra Dütschler | 19. Dezember 2008 |
Mittlerweile hat die Vereinigung 28 Mitglieder. Seit 2001 kauft die Gebana unsere Bananen, um sie zu trocknen und in Europa zu verkaufen. Eigentlich sollten wir den Trocknungsvorgang selbst übernehmen, doch damit gab es Schwierigkeiten. Zurzeit werden unsere Bananen von einem kleinen Unternehmen in einer naheliegenden Ortschaft getrocknet, aber wir möchten dies gerne wieder selber machen - so bleibt die Arbeit und der Ertrag im Dorf. Die Gebana hat uns ihre Unterstützung zugesagt und wenn alles gut geht, produzieren wir bald in Rio Verde.
![]() Das Dorf Rio Verde |
![]() Ein Teil der Mitglieder der Associacao von Rio Verde |
![]() Versammlung der Vereinigung der Bauernkooperative |
![]() Antonio bei der Versammlung |
Der faire Handel hilft uns, dass wir von unserer Arbeit leben können und wir hoffen, dass so auch die nächste Generation in der Gemeinde bleibt. Aber die Bürokratie für die Zertifizierung bereitet uns grosse Schwierigkeiten. In der Associação teilen wir uns die Arbeit auf, jeder übernimmt freiwillig einen Teil. Das führt allerdings dazu, dass niemand den Überblick hat. Auch die Kommunikation war lange ein Problem, da unser Dorf sehr abgelegen liegt, wir die Post in der Stadt abholen müssen und wir nur ein einziges öffentliches Telefon haben. Aber die Situation verbessert sich stetig, seit neuestem funktionieren hier Mobiltelefone und bald soll es auch einen Internetanschluss geben. Ich selbst bin Lehrer an der Dorfschule, meine Bananenpflanzung betreibe ich nebenbei. Dabei helfen mir meine Frau Maria und meine fünf Kinder. Ausser mein ältester Sohn Erasmo, der ist in die Stadt gezogen und arbeitet jetzt in Paranaguá im Hafen.
![]() Bananenhain in Rio Verde |
![]() Bananenstaude |
Die Vielfalt an Bananensorten hier ist gross. Sie haben Namen wie ‚Silberbanane’ und ‚Goldbanane’, ‚Schwarze’ und ‚Graue Banane’. Ausserdem gibt es die ‚Erdbanane’, die ‚Apfelbanane’ und die ‚Schelmbanane’. Angebraten, gekocht oder gestampft verwenden wir die verschiedenen Sorten bei der Zubereitung von Speisen. Allerdings schätzen viele Leute in unserer Gegend die Banane als Nahrungsmittel nicht sonderlich, wahrscheinlich weil sie im Überfluss vorhanden ist. Ich sehe das anders: Die Banane ist eines der nährstoffreichsten Lebensmittel überhaupt. Deswegen esse ich jeden Tag mindestens eine Banane roh.”
Die Bananenpflanzer Antonio (rechts) und Ademir zu Besuch bei der Gebana Brasil in Capanema
Die getrockneten Bio&Fair Bananen von der Bauernkooperative Rio Verde sind über den gebana bio&fair Direktversand erhältlich.