| Autor: Elias Koster | 20. Mai 2010 |
Um auf den internationalen Tag des Fair Trade Frühstücks aufmerksam zu machen, wurde unter anderem ein ein Flashmob . Dieser Tag lief im Rahmen der Aktion „Fair Trade Breakfast”, die vom 19. April bis zum 23. Mai durchgeführt wird und von den verschiedensten Firmen und Organisationen unterstützt wird. Weitere Infos zu dieser Aktion erhalten Sie unter www.fairtradebreakfast.ch.
Die Vorgaben für den Flashmob waren simpel: Besammlung am Samstag, 8. Mai um 11.00 in der Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs Zürich. Nachdem das Signal (in unserem Fall eine Trillerpfeife) ertönt, setzen sich alle Teilnehmer um die aufgestellte Kaffeetasse und Frühstücken für 5 Minuten, selbstredend mit fair gehandelten Zutaten.
Schon am Freitagabend trafen sich zwei gebana-Mitarbeiterinnen zum gemeinsamen T-Shirt-Gestalten, damit das anwesende gebana-Team, inklusive des erfreulicherweise zahlreich vertretenen Nachwuchses, einheitlich auftreten kann.
Am Morgen des 8. Mai beim Treffpunkt angekommen, mussten wir uns zuerst orientieren. Es hatte im Aufruf geheissen, dass wir uns bei der Kaffeetasse versammeln, welche wir aber vergebens suchten. Schon bald aber waren alle Spekulationen vergessen. Denn kurz nach 11.00, noch vor dem Signal, konnte man die ersten Decken erblicken, welche inmitten der grossen Bahnhofshalle ausgelegt wurden und dem Überaschungsmoment ein wenig die letzte Spannung raubten. Beim Ertönen der Trillerpfeife hatten sich schon viele hingesetzt, sicherlich auch im Wissen, dass 5 Minuten sehr kurz werden könnten für ein ausgiebiges Frühstück, was sich später auch bewahrheiteten sollte.
Unsere dreizehn-köpfige gebana-Truppe, klar erkennbar durch die gelben T-Shirts, setzte sich in kreisförmiger Anordnung auf die mitgebrachten Decken. Schnell waren die Zutaten ausgepackt und es wurde alles verteilt und geteilt. Ein kleiner Auszug der Produkte: Quinoa Müesli, warmer Kaffee, Orangensaft, Reiswaffeln mit Schokobrotaufstrich (klarer Favorit der jüngeren Generation), Bananen,…
Kaum hatten wir uns eingerichtet, die ersten Bissen verzehrt und zwei, drei Schlücke Kaffee getrunken, ertönte wiederum die Trillerpfeife und wir wurden aus dem gemütlichen Frühstücks-Traum in die Realität der hektischen Hauptbahnhofsstimmung zurückgeholt. Die Decken wurden verpackt, die Zutaten versorgt und die Nutella-Mäuler geputzt.
Zusammenfassend kann man den Anlass meiner Meinung nach als sehr gelungen einstufen. Er erreichte niemals die Popularität einiger vorangegangener Flashmobs. Bedingt war dies hauptsächlich durch zwei Faktoren: Samstagmorgen schlafen viele Leute noch aus und im Hauptbahnhof ist noch nicht so viel los, zweitens ist der Anlass nicht für viele Jugendliche interessant, die als Haupt-Zielpublikum für Flashmobs gelten. Doch es hat uns Spass gemacht, doch in einige verdutzte Gesichter zu schauen. Es haben es sicher alle genossen, mal in einer etwas unüblichen Atmosphäre zu frühstücken.
Was ist ein Flashmob?
Übers Internet - meist Facebook, da sich dieses besonders gut eignet - werden Leute zusammengetrommelt, welche sich an einem bestimmten Tag an einem gemeinsamen Ort treffen. Sobald nun das im Voraus abgemachte Signal ertönt, spielen alle Beteiligten ein Sujet bzw. zeigen ein gleiches Verhalten, das je nach Motto variieren kann. Es kann dies ein „Freeze” sein (alle frieren in Ihrem momentanen Bewegungsablauf ein und bewegen sich nicht mehr weiter), ein kollektives „sich-auf-den-Boden-setzen”, ein gleichzeitiges Telefonat aller Beteiligten über dasselbe Thema, und vieles mehr. Interessant daran ist, dass sich die Teilnehmer oftmals vorher nicht kennen, sie erhalten dadurch aber einen Zusammenhalt, können zusammen etwas bewegen und somit ein Zeichen setzen. Dies nennt die moderne Sprache einen Flashmob (auf deutsch etwa aufgewiegelte Volksmenge).
| Autor: Simon Brassel | 5. August 2009 |
In unserem Sommermailing stellten wir unter anderem einen handgemachten Radioempfänger vor - gefertigt in Südafrika aus Getränkedosen und Draht. Im Namen der Produzenten bedanken wir uns herzlich für das grosse Interesse und die zahlreichen Bestellungen und möchten die Gelegenehit nutzen, dieses Projekt an dieser Stelle kurz vorzustellen.
Streetwires entstand im Jahr 2000 dank der Initiative einer kleinen Gruppe südafrikanischer UnternehmerInnen und Kunsthandwerker. Hauptziel des Projektes ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und des tiefen Bildungsstandes, die bei der schwarzen Bevölkerung besonders stark verbreitet sind. So will Streetwires mit der Herstellung von Gegenständen aus Draht – ein Kunsthandwerk, das gewöhnlich im informellen Sektor ausgeübt wird – stabile Verdienstquellen und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Das Produktions- und Ausbildungszentrum in Kapstadt, das zur Zeit gegen 120 Künstlerinnen und Künstler zählt, ist landesweit als Pilotprojekt anerkannt.

Die Radiokünstler aus Südafrika sind fussballbegeistert
Ein besonderes Anliegen gilt alleinstehenden Frauen und Jugendlichen ohne Schulabschluss. Streetwires ist es bereits gelungen, mehrere unqualifizierte HandwerkerInnen derart zu befähigen, dass sie heute für verantwortungsvolle Aufgaben (z.B. Verwaltung, Marketing, Qualitätskontrolle…) zuständig sind. Drahtartikel werden meist nur von Männern hergestellt. Bei der Produkteentwicklung nimmt Streetwires speziell Rücksicht auf Frauenförderung: Dank der Verzierung der Gegenstände mit Perlen steigt die Zahl der Arbeitsplätze für Frauen stetig. Ferner plant Streetwires, dezentralisierte Handwerks-Gruppen mit dem Aufbau eines Netzwerkes zu unterstützen.
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| Autor: Simon Brassel | 18. März 2009 |
Gebana-Rohwaren sind in den unterschiedlichsten Produkten enthalten. So enthält beispielsweise Rivella Gelb gebana bio&fair Sojaserum, welches bei der Produktion von Bio-Tofu in Deutschland anfällt und bei Cremen von Bodyshop bildet bio&fair Sojaöl von gebana Brasilien die Grundsubstanz.
Zu Ostern bieten wir ein neues Produkt mit gebana Beteiligung an: Schweizer Bio-Eier. Zur Herstellung von Bio-Eiern wird Bio-Soja als Futtermittel verwendet. Diese Soja wächst nicht in der Schweiz, sondern wird aus China, Brasilien und Osteuropa importiert. In Brasilien produziert beispielsweise ein einzelner Betrieb rund die Hälfte der landesweiten Bio-Soja. Dies entspricht der doppelten Menge, welche die 400 Kleinbauernfamilien der gebana Brasilien anbauen. Damit werden bei Bio-Ostereiern neben dem Einhalten von Biorichtlinien auch soziale Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne zum Thema.
Unsere Ostereier stammen von Schweizer Bio-Betrieben, welche ihr Futtermittel von der Mühle Lehmann beziehen. Da die Mühle Lehmann Kunde von gebana Brasilien ist, erhalten diese Betriebe bio&fair Sojapresskuchen. Bei diesen Eiern sind also nicht nur die Hühner glücklich, sondern auch die Kleinbauernfamilien, denen die gebana auch für ihre Soja zweiter Qualität einen angemessenen Fairtrade-Preis bezahlt. Erstaunlicherweise ist sogar die Ökobilanz der gebana Soja trotz dem weiten Schiffstransport sehr gut - dank dem Klima und der Handarbeit. Eine Studie dazu finden Sie unter www.gebana.com.
| Autor: Nicolas Blanchard | 25. November 2008 |
Am Sonntag 23. Novemeber 2008 strahlte CashTV auf SF2 einen Beitrag über gebana Afrique und die Mango Produktion der Bauernkooperativen Wouol und TON aus.
| Autor: Nicolas Blanchard | 25. November 2008 |
Guatemala besitzt eine der lebendigsten Textilgeschichte Lateinamerikas. Handgewobene Stoffe bildeten die Lebensgrundlage tausender Familien im Hochland. Unter dem Preisdruck internationaler Konkurrenz begann ein rasanter Qualitätszerfall, mit dem der Zerfall der handwerklichen Textilproduktion einherging. Peter Höltschi von El Tucan, seit 1984 jährlich mehrere Wochen in Guatemala lebend, sah diesen Zerfall kommen und legte 1992 den Grundstein für eine Textilproduktion, die heute, 2008 zwei Dutzend Kunsthandwerker in den Departementen Solola, Totonicapan und Quiché beschäftigt.

Die Stoffe von El Tucan basieren auf den traditionellen kunsthandwerklichen Techniken, unterscheiden sich aber in der Qualität durch die benutzten Rohstoffe. So bilden mercerisierte Baumwolle (Veredelung von Baumwollerzeugnissen zur Erhöhung des Glanzes, des Farbstoffaufnahmevermögens, der Festigkeit, Dehnung und Elastizität durch Behandlung mit 20 bis 30% Natronlauge unter Spannung und/oder Streckung) und schadstofffreie Farbstoffe die Grundlage für Produkte mit europäischen Qualitätsstandards.
Das El Tucan Stoffdesign kombiniert guatemaltekisches Kulturgut und europäische Farbvorstellungen und sämtliche Schnittmuster - ob Kinderkleider oder Männerhemden - basieren auf internationalen Konfektionsstandards.
Kinder in Guatemala vertrauen diesen Puppen ihre Sorgen an und werden so ihre Sorgen los. Diese legen sie dann abends unters Kopfkissen, am Morgen sind dann nur noch die Puppen unter dem Kissen… Dieses schöne, emotionale Geschenk wird in Guatemala durch zwei Dutzend Kunsthandwerker hergestellt, welche sich dank der Initiative von El Tucan dem Qualitätszerfall der guatemaltekischen Textilproduktion entziehen konnten und dadurch ein existenzsicherndes Einkommen erzielen.
Weitere Infos: www.gebana.com/weihnachtsgeschenke_aus_fairem_handel.htm
Bio&Fair Weihnachtsgeschenke. Teil1:Keramikfiguren aus Guatemala, Teil2: Christbaumschmuck aus Mexiko, Teil3: Das Geheimnis der Bäume
| Autor: Nicolas Blanchard | 11. November 2008 |

Das Buch “Das Geheimnis der Bäume” ist ein echtes Kunstwerk!
Die Bäume arbeiten tagsüber für den Menschen und erwecken nachts die guten Geister zum Leben. Für die Gond, eines der ursprünglichen Völker Indiens, steht der Baum im Zentrum des Lebens, denn traditionell leben sie in den Wäldern.
Mit Bildern von Bhajju Shyam, Durga Bai und Ram Singh Urveti, alle drei Angehörige der indischen Gond, eröffnet sich hier vor unseren Augen eine wundersame, kunstvolle, aber auch bedrohte Welt voller Geschichten und Geheimnisse. Bhajju Shyam, 1971 geboren, wurde 2001 als bester indigener Künstler Indiens ausgezeichnet. Seine Werke wurden bereits in Indien und Europa ausgestellt. Durga Bai ist 1974 im Dorf Mandla in Madhya Pradesh geboren. Sie ist eine innovative Gond-Künstlerin, deren Werke sich durch einen eigenständigen Stil auszeichnen. Für ihre Arbeiten wurde sie ber
eits mit verschiedenen Preisen geehrt. Ram Singh Urveti, 1970 geboren, wird von anderen Gond-Künstlern sehr geschätzt. Es sind ganz besonders seine Arbeiten, die das Leben und die Mythen der Gond weltweit bekannt gemacht haben. Auch er ist mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden.
Die indische Künstlerin Durga Bai lebt in Bhopal, doch sie kam in einem kleinen Dorf im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh zur Welt. Sehr jung wanderte sie mit ihrer Familie in die über 300 Kilometer entfernte Stadt ab, denn es gab kein Einkommen und keine Krankenversorgung in ihrer Heimat. Durga Bai hat nie schreiben und lesen gelernt, wie viele andere indigene Menschen – «Adivasi» – in Indien. Aber sie hat die künstlerische Tradition ihrer Herkunft mitgenommen und erzählt in ihren Zeichnungen und Bildern von Mythen, Geschichten und vom Alltag der Gond, einer indigenen Ethnie Indiens.
| Autor: Nicolas Blanchard | 6. November 2008 |
Das Kunsthandwerk der Blechbearbeitung hat sich in verschieden Regionen Nord und Südamerikas entwickelt. So bei den Puebloindianer in den USA und in Ayacucho, Peru. Doch nirgends ist eine solche Dynamik entstanden wie in Oaxaca, wo das Kunsthandwerk mexikanische Lebensfreude in wunderschönsten Farben ausstrahlt.
Hammerschläge auf Metall tönen ins Quartier und empfangen die Besucher schon von weitem. An einer steilen Strasse, kurz vor der Kurve steht etwas erhöht das Haus und die Werkstatt von Hipolito Garcia. Schon als Junge erlernte er das Kunsthandwerk der Blechbearbeitung, das er heute mit seinem Sohn ausführt. Zusammen stehen sie in der Werkstatt, in der verschiedene 1.20 Meter hohe Holzstöcke stehen, auf denen das Blech mit dem Hammer getrieben wird. Jeder Punkt der das Blech ziert ist ein Hammerschlag, Ob eine Blume, ein Blatt oder Rankenmuster, einzelne, dutzende oder gar hunderte von Hammerschlägen zieren die Figuren. Bevor das Blech getrieben werden kann, müssen die Formen mit Zirkel und Reissnagel vorgezeichnet werden, danach mit riesigen Blechscheren ausgeschnitten. Je nach Produkten werden die Formen von Hand gebogen und gelötet. Ganz am Schluss der Produktion steht das Bemalen.

Hipolito Garcia und seine Frau Juliana betreiben dieses Gewerbe seit langer Zeit, in den letzten Jahren unterstütz durch Sohn und Schwiegertochter. Die Männer betätigen sich in der Werkstatt während die ruhigen Frauenhände malen. Durch die schwierigen Umstände in den letzten Jahren, durch Streiks und Volksaufstände, sind die Arbeits und Lebensumstände für die Kunsthandwerker in Oaxaca sehr schwierig geworden. Hipolito, dessen Arbeiten sich durch hohe Qualität auszeichnen freut sich sehr über den Arbeitsauftrag der Gebana, vergrössert sich dadurch sein Absatzmarkt und erlauben ihm und seiner Familie eine bessere Perspektive für das Ende des Jahres und auch für Weihnachten. So verhelfen die farbigen Weihnachtbaumanhänger zur doppelten Freude!
Dieser etwas andere Weihnachtsbaum-Schmuck besteht aus acht verschiedenen Motiven aus buntem Blech in einer farbig verzierten Dose. Das Kunsthandwerk des getriebenen Blechs, welches zuerst in die gewünschte Form geschnitten, dann mit Hammerschlägen verziert und schlussendlich mit Farben bemalt wird.
Weitere Infos: www.gebana.com/weihnachtsgeschenke_aus_fairem_handel.htm
Bio&Fair Weihnachtsgeschenke. Teil1:Keramikfiguren aus Guatemala
| Autor: Nicolas Blanchard | 5. November 2008 |
Sind Sie auf der Suche nach originellen Weihnachtsgeschenken für Freunde und Bekannte? Wie jedes Jahr haben wir Geschenke aus aller Welt zusammengestellt. Dieses Jahr so viele wie noch nie! In einer Blogserie wollen wir die Geschenke näher vorstellen. Die Serie beginnen wir mit den Keramikfiguren von der Familie Gomez aus Guatemala.
Die Familie Gomez stammt aus Chinautla, welches in den Siebzigerjahren durch ein schreckliches Erdbeben völlig zerstört wurde. Durch internationale Hilfe wurde den Überlebenden als neues Zuhause in Guatemala Stadt das Viertel Chinautla gebaut. Die Bewohner brachten von ihrem alten Zuhause die Kenntnisse und Fähigkeiten des Töpferns mit, welche im neuen Viertel weiterlebten und sich entwickelten.

Hauptabsatzmarkt für die Kunsthandwerkerinnen sind die Händler im Mercado Central in Guatemala Stadt. Per Zufall lernte Peter Höltschi von El Tucan Gladiz Gomez kennen. Sie lernte von ihrer Mutter und Grossmutter das Kunsthandwerk. Zusammen mit ihrer Schwester betreibt sie nun eine Produktion unter eigener Regie, wo die verschiedenen Generationen sich natürlich gegenseitig unterstützen. Peter Höltschi ist der einzige ausländische Kunde von Gladys und ihrer Familie. Durch das ausschalten der Zwischenhändler erhöhte sich der Verdienst der Frauen. Doch ist dies nicht der einzige Pluspunkt dieser Beziehung, denn der Austausch zwischen Produzentin und Endverkäufer, zwischen Guatemaltekin und Schweizer, ist sehr befruchtend für die Kreativität und die Produktion.

Diese dekorativen Krippenfiguren aus Keramik bestehen einerseits aus einem Krippen-Set mit 12etwa 5 cm grossen Figuren und andererseits aus einem 10 cm grossen Engel mit integriertem Kerzenhalter.
Weitere Infos: www.gebana.com/weihnachtsgeschenke_aus_fairem_handel.htm
| Autor: Nicolas Blanchard | 24. September 2008 |
In den letzten Jahren ist der faire Handel weltweit stark gewachsen. Doch während die Umsatzzahlen steigen sollten wir uns fragen: was steckt eigentlich hinter dem Fairen Handel? Wer profitiert davon? Wer legt fest, was “fair” ist? Was hat das Ganze mit uns zu tun? Umfassende Informationen und wie wir im Alltag aktiv werden können findet man unter: www.youngcaritas.ch/fairgewinnt
youngCaritas ist eine Plattform zu sozialen Themen, ein Treffpunkt und Netzwerk von Interessierten. youngCaritas ist eine wachsende Gruppe aus jungen Menschen, die zumindest einen kleinen Teil dieser Welt positiv verändern wollen.
| Autor: Nicolas Blanchard | 23. September 2008 |
Gestern am 22. September erschien ein Artikel über gebana Afrique im St. Galler Tagblatt. Ab heute ist er online verfügbar: http://www.tagblatt.ch/…/art149,717021
Lagerchef Mahamadi Traoré weist stolz ins Mango-Lager der Produzenten-Kooperative TON, in dem einige Kisten frische Mangos auf ihre Auslese und Weiterverarbeitung in der Trocknungsanlage warten. Seine Kollegin Fati Ouedraogo ist in dem mit Wellblech gedeckten Lagerraum damit beschäftigt, jede einzelne Frucht von Hand zu drehen und auf ihre Konsistenz hin zu überprüfen; überreife und darum für die Trocknung zu weiche Mangos sortiert sie aus. Die 1991 gegründete Vereinigung von heute 33 Mango-Produzenten in Niangoloko, Burkina Faso, habe ein hartes Stück Arbeit bereits geschafft, sagt TON-Koordinator Issaka Sommandé. Die Kleinbauern schweissten 2007 bereits 25 Tonnen Trockenmangos für den Export nach Europa in Plastikbeutel ein. Im Jahr 2000, als die Zusammenarbeit mit dem Zürcher Fairhandelsunternehmen Gebana AG begann, waren es zwei Tonnen.
Laut Issaka bringt die Trockenmango-Produktion den 430 TON-Angestellten – mehrheitlich Frauen – ein Einkommen, das mit umgerechnet Fr. 2.50 pro Tag 20% über dem Jahresdurchschnittseinkommen von 500 Fr. in Burkina Faso liegt. Im Schatten der Bäume auf dem TON-Gelände zeugen die zahlreichen Töffs vom Entwicklungspotenzial der Kleinkredite, welche die Kooperativen-Mitglieder aus einem Fonds ihrer Organisation beziehen können.
Der Leiter der Kooperative unterstreicht, dass die erwirtschafteten Einkünfte inklusive der 24 000 Fr. Prämien den Kooperative-Mitgliedern «ein normales Leben erlauben». Diese Prämien wurden TON 2007 aufgrund des Max-Havelaar-Labels für fairen Handel unter anderem von Coop via Gebana Afrique ausbezahlt. Die Kooperative, bei der 154 Bauernfamilien Mitglied sind, verwendete die Prämie für den Kauf von Schulmaterial, für Impfungen der Kinder gegen Tetanus, Diphterie und Polio sowie für die Anschaffung einer Getreidemühle. Weiter erlaube die Prämie, Finanzreserven zu bilden, um den Unterhalt der Maschinen und der Trocknungsanlagen zu sichern.
Das Gedeihen der Kooperative TON ist eng verknüpft mit der Handelspartnerschaft der TON-Mangobauern mit Gebana Afrique. Das Handelsunternehmen mit Sitz in Zürich schlägt eine Brücke zwischen den Bauern und den Konsumenten in der Schweiz. David Heubi, Geschäftsleiter von Gebana Afrique, fungiert dabei als Marktöffner für die Kleinbauernfamilien. «Wir kaufen die Trockenmangos von unseren Partnern – insgesamt arbeiten wir in Burkina mit sechs Kooperativen zusammen – und kümmern uns um den Absatz in Europa, vorab in der Schweiz.» Das Exportvolumen von biologischen und fair gehandelten Mangos sei so innert fünf Jahren mehr als verzehnfacht worden. Diese enorme Steigerung habe vor allem dank dem Einstieg von Schweizer Grossverteilern realisiert werden können.
Die Gebana AG wird 2008 über den Direktversand in der Schweiz mit voraussichtlich 5,5 Tonnen mehr als doppelt so viele Abnehmer für getrocknete Mangos finden als 2006. Einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieses Wachstums – Gebana setzt bewusst auf eine Wachstumsstrategie – sei dem fairen Handel und der Zertifizierung der Mangos mit dem Max-Havelaar-Gütesiegel zu verdanken, sagt Heubi. «Ohne dieses Label hätten wir den Zugang zum Schweizer und europäischen Markt nicht in diesem Ausmass geschafft.»
Gebana um Verwaltungsratspräsident Adrian Widmer freut es um so mehr, als die Erfolgsgeschichte der Mangos belegt, dass der Markt offensichtlich in der Lage ist, wirtschaftliche, ökologische und soziale Werte zu bezahlen; Werte notabene, die Kleinbauernfamilien und lokale Weiterverarbeiter wie die Kooperative TON in Burkina Faso schaffen.
http://www.tagblatt.ch/aktuell/wirtschaft/tb-wi/art149,717021