| Autor: Andrea Oertli | 7. Mai 2008 |
Am Mittwochnachmittag sind alle Vorbereitungen für die Schulung der Kooperativen getroffen: Wir Praktikanten haben die Einleitung, den allgemeinen Teil über den Fairen Handel und die Information über das Zertifizierungssystem von FLO vorbereitet. Hamdia, Amina und Fatma übersetzten alle für die Bauern und Kooperativen wichtigen Zertifizierungskriterien ins Arabisch und druckten Informationsbroschüren aus. Diese können wir den Bauern am Ende der Schulung mitgeben.
Datum: 6. Mai 2008, 17 Uhr
Ort: Büro in der neuen Fabrik von gebana Maghreb, Kebili
Leitung der Veranstaltung:
Hamdia, Andrea und Sandro, Amina assistiert bei der Übersetzung
Teilnehmende:
Präsident der Kooperative Barghoutia, zwei Bauernvertreter von Barghoutia
Präsident und Financier der Kooperative Derjine, drei Bauernvertreter von Derjine
Programm:
- Fairer Handel generell und aus Sicht der europäischen Kunden (Sandro)
- Vorstellen von FLO, Einführung in das Zertifizierungssystem von FLO (Andrea)
- Wichtigste Zertifizierungskriterien für die Kooperativen und Bauern (Hamdia)
- Diskussion über die Verwendung der Fair Trade Prämie
Sprache:
Französisch-Arabisch, Arabisch-Französisch
Dauer der Veranstaltung: etwa 2 Stunden
- Die Teilnehmenden waren sehr konzentriert, machten sich zum Teil Notizen und wollten die behandelten Themen wirklich verstehen. Bei Unklarheiten fragten sie nach.
- Zwischdurch klingelte immer wieder ein Handy. In voller Lautstärke trällerte jeweils ein arabisches Lied aus dem kleinen Gerät.
- Über die Organisation FLO und das Zertifizierungssystem wussten die Teilnehmenden vor der Schulung nichts. Auch über die einzelnen Zertifizierungskriterien waren sie noch nicht informiert. Sie sind froh über die Schulung zu diesen Themen, damit sie sich selbständig besser auf die Zertifizierung vorbereiten können.
Wenn es um die Verwendung der Prämie geht, gibt es zwischen den Kooperativleitungen und den Kooperativmitgliedern einige Differenzen. Einige Bauern fordern immer wieder, dass die Prämie unter den Mitgliedern aufgeteilt wird und jeder individuell über deren Verwendung entscheiden kann. FLO schreibt aber vor, dass diese Prämie für Entwicklungsprojekte in der Kooperative verwendet werden soll.
Im letzten Jahr wurde ein Teil der Prämie in Baghoutia gebraucht um Stromrechnungen der Kooperative zu bezahlen. Dies dient zwar der ganzen Kooperative, doch leistet es keinen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinschaft. In der Diskussion versuchen wir zu erklären, dass die Prämie, wenn es irgendwie geht, nicht zur Bezahlung von alltäglichen Kosten verwendet werden soll. Im letzten Teil der Diskussion geht es um die Frage, wie die Bauern besser in die Entscheidung über die Verwendung der Prämie miteinbezogen werden können. Die Idee eines Fragebogens wird geäussert, in welchem die Bauern ihre Wünsche für Projekte mitteilen können. Die Kooperativenleitung könnte dann diese Ideen auswerten und der GV einen Vorschlag präsentieren.
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| Autor: Andrea Oertli | 6. Mai 2008 |
Name: Hamdia Salah
Alter: 29
Arbeit bei gebana Maghreb: Interne Inspektorin. Hamdia ist im ständigen Kontakt mit den Bauernkooperativen und deren Mitglieder. Bei Problemen oder Unklarheiten wird mit ihr Kontakt aufgenommen. Zudem leitet sie Schulungen zum Thema Bioanbau und besucht die Lieferanten von gebana Maghreb regelmässig, um die Einhaltung der Biokriterien zu kontrollieren. Sie macht die Arbeit sehr gerne und der direkte Kontakt mit den Bauern sorgt für viel Abwechslung in ihrem Beruf.
Zum Fairen Handel: Hamdia hofft, dass der Faire Handel die Situation im Dorf Derjine verbessern kann. Das Leben in Derjine ist schwierig, denn die Oase liegt weit entfernt von der nächsten Stadt und es fehlt den knapp 300 Einwohnern an vielen Einrichtungen (z.B. Apotheke). Für die Entwicklung des Dorfes ist es wichtig, dass die Kooperative die Fair Trade Prämie in gut überlegte und geplante Projekte investiert. Gebana Maghreb hat die Aufgabe die Kooperativen in dieser Frage zu unterstützen und zu beraten.
Zukunft: Hamdia ist im sechsten Monat schwanger. Nach dem ein monatigen Mutterschaftsurlaub (die Dauer des Mutterschaftsurlaubes wird vom Staat so festgesetzt) wird sie weiter für gebana Maghreb arbeiten.
“Für uns ist der Austausch und der Kontakt mit gebana Schweiz sehr wichtig. Ich wünsche mir dass es ein- oder zweimal im Jahr eine Schulung für uns gibt, in der wir über Fair Trade Themen und das Zertifizierunssystem informiert werden. Viele Informationen gibt es im Internet nur auf Englisch, darum sind wir froh, wenn jemand hierherkommt und die Themen auf Französisch mit uns diskutiert.”
Name: Fatma Buis
Alter: 25
Arbeit bei gebana Maghreb: ganze Administration, Verantwortlich für die Arbeiterinnen in der Fabrik, Verantwortliche für die Umsetzung vom HACCP-Qualitätssicherungssystem. Fatma mag an ihrer Arbeit vor allem die ganze Organisation des Exports und den Kontakt mit den Kunden. Stressig wird es für sie jeweils am Ende der Dattelsaison.
Zukunft: Fatma möchte irgendwann gerne ein eigenes kleines Projekt realisieren, damit sie ihre eigene Chefin sein kann. Sie hat noch keine konkrete Vorstellung, wie das Projekt aussehen soll.
“J’espère que les clients soient satisfaits par nos produits. Maintenant nous sommes en train de faire des recherches pour améliorer la qualité. J’espère aussi qu’on trouve des nouveaux clients et des nouveaux marchés.”
Name: Adel Rezig
Alter: 38
Arbeit bei gebana Maghreb: Seit 2002 ist er bei gebana Maghreb als Fahrer von allen möglichen Fahrzeugen: Jeden Morgen fährt er die beiden Mitarbeiterinnen Hamdia und Fatma ins Büro. Er fährt den Bus für die Arbeiterinnen in die Fabrik. Während der Erntezeit holt er die Datteln in den Kooperativen ab und bringt sie mit dem Lastwagen in die Fabrik in Kebili. In der Fabrik bedient er den fahrbaren Gabelstapler und platziert die Dattelpaletten in den Kühlkammern.
Zukunft: Am 10. August 2008 wird Adel heiraten und mit seiner Frau zusammen in ein Haus in Kebili umziehen. Ihm gefällt die Arbeit bei gebana Maghreb und er will sie gerne weiterführen.
“J’espère que le commerce équitable s’avance bien dans la Tunisie et que gebana Maghreb réussit d’encore améliorer le système pour réaliser cette idée.”
Name: Amina Foudhaili
Alter: 24
Ausbildung: Studentin, les études génie biologique à Tunis
Funktion: Assistentin bei der Entwicklung und Verbesserung des Mangementsystems von gebana Maghreb.
Vorteile des Fairen Handels:
- Im Fairen Handel gelangt der Preis für die Produkte möglichst direkt zu den Produzenten. Das ist gerecht und wichtig.
- Amina hofft, dass mit der Fair Trade Prämie die Arbeits- und Produktionsstrategie der Bauernkooperativen verbessert werden kann.
- Alle Personen der Handelskette, von den Bauern bis zu den Konsumenten, sind gleich und respektieren einander. Das gibt allen Partnern eine gewisse Befriedigung und steigert ihre Lebensqualität.
- Fair Trade liefert Qualitätsprodukte, weil er Kriterien festlegt, die für eine gute Qualität der Produkte grundlegend sind.
Das gibt es noch zu tun: Eine wichtige Aufgabe für gebana Maghreb ist es, den Bauern die Prinzipien des Fairen Handels weiterhin in Schulungen zu vermitteln. Ausserdem sollen die Bauern die Zertifizierungskriterien genau kennen, damit sie sich selbstständig danach richten können. Um eine höhere Faire Trade Prämie zu erhalten und somit grössere Entwicklungsprojekte verwirklichen zu können, muss die Kooperative wachsen. Ich hoffe, dass sich in der Zukunft immer mehr Kleinbauern für die Produktion nach den Kriterien des Fairen Handels entscheiden. Gleichzeitig muss aber auch die Anzahl der Kunden gesteigert werden, die bereit sind Fair Trade Produkte zu kaufen.
Zukunft: Amina möchte ihr Masterstudium gerne in Frankreich oder in der Schweiz absolvieren und doktorieren. Danach würde sie gerne weiterhin für gebana Maghreb arbeiten, wenn das möglich ist.
„J’espère d’être à la hauteur de cette responsabilité, d’être utile et de donner un plus pour toute la famille de gebana.“
| Autor: Andrea Oertli | 5. Mai 2008 |
Unsere Arbeit mit gebana Maghreb beginnt am Morgen mit Fatma, Hamdia, Amina und Taieb. Fatma und Hamdia arbeiten beide in Kebili für gebana Maghreb. Amina studiert eigentlich in Tunis und erledigt von dort aus administrative Arbeiten für gebana.
Das Zertifizierungssystem von FLO (Fair Trade Labelling Organisation) wurde überarbeitet und ist seit dem April 2008 eingeführt. Ziel des heutigen Tages ist es, dass unsere MitarbeiterInnen von gebana das neue System kennen lernen. Zuerst geht es um den Ablauf der Zertifizierung. Das Zertifikat wird für drei Jahre ausgestellt und wird jährlich kontrolliert. Nach jeweils drei Jahren wir das Zertifikat erneuert, wenn die Organisation alle geforderten Kriterien erfüllt. Bei den Zertifizierungskriterien handelt es sich um eine Liste mit gut 180 Punkten. Diese Regeln z.B die soziale Entwicklung und Struktur der Kooperative (Büro, Konten, Leitung der Kooperative, Mitglieder GV), wer über die Verwendung der Fair Trade Prämie entscheiden kann (GV), die Anwendung von Dünger, die Nicht-Diskriminierung der MitgliederInnen, bis zur Versammlungsfreiheit der Angestellten der Kooperative.
Am Nachmittag gilt es für uns alle diese Punkte durchzuackern. Für die MitarbeiterInnen von gebana ist es sehr wichtig, dass sie alle diese Kriterien kennen und genau verstehen, weil sie danach die AnsprechspartnerInnen für die Kooperativen sind, wenn es um die Frage der Zertifizierung geht.
Um die Arbeit für die Kooperativen zu vereinfachen sind die Kriterien in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe beinhaltet die Grundprinzipien des Fairen Handels, mit denen die Kooperativen von Anfang an konform sein sollen. Bei der Erneuerung des Zertifikats nach drei Jahren werden zusätzlich Messlatten gesetzt: Die Dokumentation aller Aktionen der Kooperative und Pläne zur Erreichung einer möglichst effizienten und gerechten Einsatz der Prämie. Weitere drei Jahre später sollten die Kooperativenmitglieder selber mehr Verantwortung für den Verkauf und die Vermarktung ihrer Datteln übernehmen.
Klare Organisationsstrukturen wie Statuten, Generalversammlung, Abstimmungen, Protokoll, Verwaltung, Budget, Abrechnung werden vorausgesetzt. Die Mitglieder, also die Bauern, müssen in kleinbäuerlichen Strukturen arbeiten und über den Fairen Handel informiert sein. Wichtig ist dass über den Einsatz der FairTrade Prämie zum Wohle der ganzen Gemeinschaft sinnvolle Projekte ausgewählt und umgesetzt werden.
Im vergangenen Jahr wurden über 20′000 Franken Prämie an die Association Barghoutia, eine der beiden Kooperativen von denen gebana ihre Datteln bezieht, ausbezahlt. Einige Bauern wollten dass diese Prämie unter ihnen aufgeteilt und ausbezahlt wird. Die Mehrheit in der GV entschied sich dann aber für Projekte zur Entwicklung der ganzen Gemeinschaft: Unter anderem wurden neue Geräte gekauft, Wasserleitungen repariert, Strom sowie kleinere Infrastrukturbauten finanziert (15′000 Fr.). Weitere 4000 Fr. wurden für soziale Projekte investiert: z.B. ein Zentrum, in welchem die Frauen und Mädchen des Dorfes traditioneller Handarbeit nachgehen können und für die Region typische Gegenstände herstellen. Auch werden mit diesem Geld Familien unterstützt, die sich die Schulmaterialien für ihre Kinder aus eigener Kraft nicht leisten können. Die restlichen 1000 Franken wurden für Schulungen im Bereich des biologischen Anbaus gebraucht.
Das genaue Studium aller Kriterien dauert den ganzen Tag und die Arbeit ist sehr anstrengend. Das Umdenken in andere Sprachen fordert das Hirn zusätzlich. (Die Liste mit den Zertifizierungskriterien ist auf Englisch, unsere Diskussion ist hauptsächlich auf Französisch, zum Teil besprechen unsere KollegInnen von gebana Maghreb etwas auf Arabisch und übersetzen dann für uns). Doch es beklagt sich niemand. Zwischendurch habe ich das Gefühl ich bin nicht mehr fähig etwas zu erklären oder ein Kriterium zu diskutieren. Dann erinnere ich mich daran, dass Amina die ganze letzte Nacht im Bus von Tunis nach Kebili verbracht hat und bereits seit 5 Uhr morgens wach ist. Doch sie lässt sich nichts anmerken und ist engagiert bei der Sache. Also beisse auch ich die Zähne zusammen.
Schliesslich endet der Tag mit einem Ausblick auf die kommende Woche. In einer Schulung am folgenden Mittwoch werden wir die von uns erarbeiteten Informationen den Kooperativen und einigen Bauern vereinfacht erklären. Die Schulung soll auch Gelegenheit bieten nochmals mit den Bauern die Grundprinzipien des Fairen Handels zu diskutieren.
Weitere Informationen zu FLO und dem FLO-Zertifizierungssystem unter www.fairtrade.net und
www.flo-cert.net
| Autor: Seraina Peña | 2. Mai 2008 |
Auffahrt ist vorbei - Pfingsten steht vor der Tür und damit auch Afropfingsten. Das Festival bietet mit seiner Vielzahl an Veranstaltungen rund um Afrika die ideale Gelegenheit, sich langsam, aber sicher auf den Sommer einzustellen.
Auch die gebana ist wieder mit einem Stand am Welt-Bazar vertreten und bietet hauptsächlich Produkte aus Afrika zum Verkauf an. Gezielte Sucher finden uns an der Metzggasse. Der Markt ist folgendermassen geöffnet:
Freitag, 9. Mai von 12h - 21h
Samstag 10. Mai, von 10h - 21h.
Natürlich freuen wir uns auf möglichst viele Besucher in Winterthur.
Mehr Infos zu Afropfingsten finden Sie unter: www.afro-pfingsten.ch
| Autor: Mirjam Güntert | 8. April 2008 |
Die LifeFair www.lifefair.ch ist eine neue Messe, welche im Mai 2008, in der Maag EventHall in Zürich, zum ersten Mal ihre Tore öffnet. Die Messe richtet sich gemäss Veranstaltern an Menschen mit hohen Ansprüchen an die sozialen und ökologischen Qualitäten von Produkten und Dienstleistungen. Sie liefert kompakte und attraktive Informationen zum nachhaltigen Lebensstil.
gebana Kundinnen und Kunden erhalten einen Gutschein für einen ermässigten Eintritt zur Messe: Hier finden Sie den Gutschein (PDF)
Am Samstag, 17. Mai 2008 (14:00 - 17:00 Uhr) findet eine Publikumsveranstaltung zum Thema “Fairer Handel im Megatrend der Nachhaltigkeit” statt. Unsere Praktikantinnen Seraina und Fränzi werden das Publikum in die Veranstaltung einführen und von ihrer persönlichen Motivation für den Fairen Handel erzählen. Unsere Partnerin Café RebelDìa ist durch André Siegenthaler am Symponsium zum Thema “Ethischer Kaffee - zu viele Labels, zu wenig Transparenz” vertreten. Im Anschluss diskutiert unsere Gründerin Ursula Brunner mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Zukunftsperspektiven des Fairen Handels.
Die gebana ist mit einem Stand an der LifeFair präsent - über einen Besuch von Dir/Ihnen freuen wir uns!!
| Autor: Nicolas Blanchard | 3. April 2008 |
Palästina ist eines der Mutterländer der Olivenbaumkulturen am östlichen Mittelmeer. Darauf sind die Palästinenser stolz und viele Familienbetriebe verdienen ihren Lebensunterhalt bis heute mit der Ölherstellung. Unser feines, kalt gepresstes (Extra Vergine) bio&fair Olivenöl hat eine kräftige Farbe und passt mit seinem würzigen Geschmack vorzüglich zu allen Köstlichkeiten der mediterranen Küche.
Unser bio&fair Olivenöl aus Palästina importieren und lizenzieren wir gemeinsam mit der Olivenöl Kampagne. Die Olivenöl Kampagne ist eine Gruppe, Frauen und Männer, die sich von der nahöstlichen Tragödie betroffen fühlen und sich engagieren wollen. Einzelne bauen seit Jahrzehnten an langfristigen, Grenzen überschreitenden Projekten mit, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Frauenförderung und Landwirtschaft. Mit dem Gewinn aus der Freiwilligenarbeit und dem Solidaritätsfranken werden Kleinbauern sowie verschiedene Hilfsprojekte in Palästina unterstützt und die Verständigung zwischen den am Konflikt Beteiligten gefördert.
Die Kampagne hat feine traditionelle Rezepte aus Palästina zusammen gestelllt, welche wir natürlich gerne weiter empfehlen:
Viel Spass beim Ausprobieren!
| Autor: Nicolas Blanchard | 31. März 2008 |
Video von Transfair USA.