Archiv für Fairer Handel

Kinderarbeit und Sklaverei auf Kakaoplantagen

Immer wieder wurde in der Vergangenheit über unmenschliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakaoplantagen berichtet. Die Alternative dazu ist Kakao aus fairem Handel, der Marktanteil von Fair Trade Schokolade ist jedoch noch verschwindend klein.

Durch die Kritik von Seiten verschiedener Organisationen, Medien und Öffentlichkeit unter Druck geraten, müssen sich langsam aber sicher auch die “grossen” unter den Schokoladeherstellern Gedanken darüber machen, woher sie ihren Kakao beziehen. Hoffen wir, dass sie dies auch tatsächlich tun.

Die Sendung Kassensturz auf SF1 sendete am 1. Dezember 2009 einen Beitrag über Kindersklaven in der Côte d’Ivoire. Sehen Sie den Fernsehbeitrag oder lesen Sie eine Zusammenfassung davon.

Stoppt den unfairen Handel

Unter diesem Titel organisieren die beiden kirchlichen Hilfswerke Fastenopfer und Brot für Alle gemeinsam ihre diesjährige Kampagne. Dass über eine Milliarde Menschen auf der Welt noch immer zu wenig zu essen haben und damit vom Recht auf Nahrung ausgeschlossen sind, ist für die Veranstalter der Anlass, das Thema aufzugreifen. Diverse Veranstaltungen sowie konkrete Aktionen sollen auf die Thematik der (Un-)Fairness im globalen Handel aufmerksam machen.

Hier erfahren Sie mehr über die Ökumenische Kampagne 2010.

Ici vous trouvez plus d’informations sur la Campagne Oecumenique 2010.

Bei den Dattelbauern am grossen Salzsee

Lesen Sie hier den Beitrag des Journalisten Stefan Hartmann von seinem Besuch bei den Dattelbauern der gebana Maghreb, der vor Weihnachten in der Zeitschrift Bioterra erschienen ist.

FM Südafrika - Radiokünstler stellen sich vor

In unserem Sommermailing stellten wir unter anderem einen handgemachten Radioempfänger vor - gefertigt in Südafrika aus Getränkedosen und Draht. Im Namen der Produzenten bedanken wir uns herzlich für das grosse Interesse und die zahlreichen Bestellungen und möchten die Gelegenehit nutzen, dieses Projekt an dieser Stelle kurz vorzustellen.

Streetwires entstand im Jahr 2000 dank der Initiative einer kleinen Gruppe südafrikanischer UnternehmerInnen und Kunsthandwerker. Hauptziel des Projektes ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und des tiefen Bildungsstandes, die bei der schwarzen Bevölkerung besonders stark verbreitet sind. So will Streetwires mit der Herstellung von Gegenständen aus Draht – ein Kunsthandwerk, das gewöhnlich im informellen Sektor ausgeübt wird – stabile Verdienstquellen und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Das Produktions- und Ausbildungszentrum in Kapstadt, das zur Zeit gegen 120 Künstlerinnen und Künstler zählt, ist landesweit als Pilotprojekt anerkannt.


Die Radiokünstler aus Südafrika sind fussballbegeistert

Ein besonderes Anliegen gilt alleinstehenden Frauen und Jugendlichen ohne Schulabschluss. Streetwires ist es bereits gelungen, mehrere unqualifizierte HandwerkerInnen derart zu befähigen, dass sie heute für verantwortungsvolle Aufgaben (z.B. Verwaltung, Marketing, Qualitätskontrolle…) zuständig sind. Drahtartikel werden meist nur von Männern hergestellt. Bei der Produkteentwicklung nimmt Streetwires speziell Rücksicht auf Frauenförderung: Dank der Verzierung der Gegenstände mit Perlen steigt die Zahl der Arbeitsplätze für Frauen stetig. Ferner plant Streetwires, dezentralisierte Handwerks-Gruppen mit dem Aufbau eines Netzwerkes zu unterstützen.

Interview mit Cathy Ronaasen, StreetWires Südafrika

Cathy Ronaasen ist zuständig für den Verkauf und Export bei StreetWires.

Wer arbeitet im Projekt? Was sind die Kriterien für eine Anstellung?
Es arbeiten ungefähr gleich viele Frauen wie Männer im Projekt, einige davon mit körperlicher Behinderung. Im Durchschnitt sind diese zwischen 20 und 35 Jahre alt. Unser Ziel ist es, Arbeit für Menschen zu kreieren, welche aufgrund der Geschichte des Landes Schwierigkeiten haben einen Job zu finden. Es gibt keine strikten Kriterien für eine Anstellung. Aber wir benötigen natürlich genügend Aufträge, um mehr Leute anstellen zu können.

Was lernen die Künstlerinnen und Künstler im Projekt?
Die Mitarbeiter lernen zuerst, wie man mit Perlen und Draht Produkte herstellt. Später werden sie nach Möglichkeit auch in den Bereichen Kundenservice, Design und Management eingesetzt.

Wie viele Radios produzieren die Künstler pro Jahr und wie lange haben sie an einem Radio?
Abhängig vom Bestellvolumen produzieren wir zwischen 500 und 1000 Radios pro Jahr. Die 160 Radios, welche wir bis jetzt für die gebana hergestellt haben, machen also einen beachtlichen Anteil aus. Je nach Erfahrungsschatz des Künstler wird für die Produktion eines Radios zwischen 2 Stunden und einem Tag benötigt.

Welchen Stellenwert haben Radios als Massenmedium in Südafrika?
Radios sind der günstigste und einfachste Weg für die Menschen in Südafrika um sich zu informieren und Musik zu hören. Musik ist allgemein sehr wichtig für die Menschen hier - weshalb diese tragbaren Radios ursprünglich erfunden wurden. Eine Art erste Version des iPod - African Style :-)

Freuen sich die Menschen auf die Fussball WM 2010?
Oh ja, sehr. Sie sie sind sehr aufgeregt. Die Menschen hier in Südafrika lieben Fussball und alle wollen die WM hautnah miterleben - natürlich auch über Radio.

Weitere Informationen zu Street Wires gibt es hier:
http://www.streetwires.co.za/

Rundschaubeitrag zu Burkina Faso, 22. Juli 20:50

Der zweite Teil der «Rundschau»-Sommerserie führt in die Hauptstadt Burkina Fasos, die Peer Steinbrück in einem Atemzug mit der Schweiz als Steuerparadies kritisiert hat. In Ouagadougou organisiert der Westschweizer Philippe Fayet die Schweizer Entwicklungshilfe. «Rundschau»-Moderatorin Sonja Hasler ist mit dem Leiter des Deza-Büros unterwegs und zeigt, wie die jährlich rund 22 Millionen Franken Hilfsgelder investiert werden.

Ausstrahlung: Mittwoch 22. Juli 2009, 20:50, SF1

Weitere Infos: http://www.sf.tv/sendungen/rundschau

Fairer Handel in Krisenzeiten

Reisebericht aus Burkina Faso, April 2009

Was mich in Burkina Faso erwartet, kann ich nur knapp erahnen. Bereits sind vier Jahre vergangen, seit ich das letzte Mal dort war - vieles wird sich seither verändert haben!

Gestartet hat die gebana in Burkina Faso im Jahr 2000 mit dem Verkauf von 5 Tonnen getrockneten Mangos. Innerhalb der nächsten 7 Jahre konnte die Menge dank des Booms von Fairtrade-zertifizierten Produkten auf 400 Tonnen Mango gesteigert werden. Damit wurde tausenden von Bauernfamilien ein kleines Einkommen gesichert. Die zu optimistische Planung der Grosskunden, verbunden mit dem durch die Finanzkrise ausgelösten Lagerabbau, bewirkte einen drastischen Rückgang der Verkäufe. Im laufenden Jahr werden wir nicht einmal die Hälfte des Rekordumsatzes von 2007 erreichen. Zusätzlich geraten die Mango-Preise massiv unter Druck. Die Boomjahre der Fairtrade und Bio-Trockenmangos sind vorbei.

Das Land ist karg, die Hitze enorm, Wüstenstaub überall - angespannt und mit vielen Fragen im Kopf reise ich von Ouagadougou zu einem Bauerntreffen nach Bobo-Dioulasso. Es gilt, die Bauern über die schlechte Marktsituation in Europa zu informieren und Massnahmen zu diskutieren. Zahlreiche Bauernfamilien werden den Anschluss an den Markt verlieren: Wie können Sie sich das Überleben in einem Land sichern, wo das durchschnittliche Tageseinkommen bei einem Dollar liegt? Werden sie der gebana weiterhin vertrauen? Wir wissen, dass die Bauern diejenigen sind, die am meisten unter dieser Situation leiden.

Das Treffen war wie erwartet angespannt, viele Fragen wurden gestellt und auch mit Kritik an den Kunden und an der gebana wurde nicht gespart. Dennoch scheint es, dass das Vertrauen in die gebana trotz dem schwierigen Marktumfeld bestehen bleibt - gerade auch, weil wir uns der Auseinandersetzung stellen und gemeinsame Lösungen suchen. Ich war tief beeindruckt vom Mut, von der Intelligenz und dem bissigen Humor mit dem die Bauern auf die Situation reagiert haben. Den Tag lassen wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Fairer Handel ist und bleibt eine Gratwanderung. Er bedeutet für alle Beteiligten immer wieder finanzielle Engpässe und Durststrecken, die es zu überbrücken gilt. Es ist ein langer und fast unmöglicher Prozess, für alle Beteiligten gerechte Ausgangslagen zu schaffen. Er erfordert Geduld und kommt nicht ohne Kompromisse aus. Vertrauensvolle Beziehungen zwischen allen Akteuren der Handelskette ermöglicht es dennoch, in dieser schwierigen Situation zu bestehen und ausgleichend zu wirken.

Mein Gepäck steht bereit. Die Tage in Burkina Faso waren gefüllt mit Erlebnissen, Eindrücken und Bildern - die Menschen, die Farben, das Licht und der blaue Himmel werden mir fehlen. Zurück im Büro in Zürich werde ich nun doppelt motiviert sein und mein Bestes geben, um die getrockneten Mangos zu verkaufen.

Buchtipp: Die Zukunft des Fairen Handels

Zurzeit erlebt der Faire Handel einen Boom. Doch er sieht sich auch zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Wie bewältigt er sein eklatantes Wachstum und eröffnet neue Marktfelder? Bietet er überzeugende Antworten für die drängenden ökologischen Fragen? Gelingt es ihm, einen wirkungsvollen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten?

Diesen Themen gehen Carole Schaber und Geert van Dok nach. Sie nehmen die Fairhandels-Akteuer in die Pflicht, gemeinsam neue, bisweilen auch unsichere Wege für mehr Fairness im weltweiten Handeln zu beschreiten. Gleichzeitig fordern sie Politik und Wirtschaft auf, sich glaubhaft für die Anliegen des Fairen Handels zu engagieren. Damit dieser auch künftig eine Erfolgsgeschichte zugunsten benachteiligter Menschen im Süden schreibt.

“Die Zukunft des Fairen Handels” von Carole Schaber und Geert van Dok.

Erschienen im Caritas-Verlag. ISBN 978-3-85592-118-8

Können Schweizer Bio Ostereier auch fairtrade sein?

Gebana-Rohwaren sind in den unterschiedlichsten Produkten enthalten. So enthält beispielsweise Rivella Gelb gebana bio&fair Sojaserum, welches bei der Produktion von Bio-Tofu in Deutschland anfällt und bei Cremen von Bodyshop bildet bio&fair Sojaöl von gebana Brasilien die Grundsubstanz.

Zu Ostern bieten wir ein neues Produkt mit gebana Beteiligung an: Schweizer Bio-Eier. Zur Herstellung von Bio-Eiern wird Bio-Soja als Futtermittel verwendet. Diese Soja wächst nicht in der Schweiz, sondern wird aus China, Brasilien und Osteuropa importiert. In Brasilien produziert beispielsweise ein einzelner Betrieb rund die Hälfte der landesweiten Bio-Soja. Dies entspricht der doppelten Menge, welche die 400 Kleinbauernfamilien der gebana Brasilien anbauen. Damit werden bei Bio-Ostereiern neben dem Einhalten von Biorichtlinien auch soziale Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne zum Thema.

Unsere Ostereier stammen von Schweizer Bio-Betrieben, welche ihr Futtermittel von der Mühle Lehmann beziehen. Da die Mühle Lehmann Kunde von gebana Brasilien ist, erhalten diese Betriebe bio&fair Sojapresskuchen. Bei diesen Eiern sind also nicht nur die Hühner glücklich, sondern auch die Kleinbauernfamilien, denen die gebana auch für ihre Soja zweiter Qualität einen angemessenen Fairtrade-Preis bezahlt. Erstaunlicherweise ist sogar die Ökobilanz der gebana Soja trotz dem weiten Schiffstransport sehr gut - dank dem Klima und der Handarbeit. Eine Studie dazu finden Sie unter www.gebana.com.

Hier gehts zu den Osterprodukten.

Ein Bananenproduzent aus Rio Verde (Brasilien) erzählt


Antonio Gonçalves da Silva: „Ich esse jeden Tag eine Banane“
„Mein Name ist Antonio Gonçalves da Silva, ich bin seit acht Jahren Präsident der ‚Associação de Produtores Pequenos Rurais de Rio Verde’.

Rio Verde ist eine Gemeinde in der Küstenregion im südlichen Brasilien. Etwa 60 Familien wohnen hier inmitten des subtropischen Regenwaldes. Das feuchtwarme Klima ist ideal für die Bananenpflanze, die eine wichtige Einkommensquelle für unsere Gemeinde ist. Weil die Kosten für den Transport der Bananen für uns Kleinbauern sehr hoch sind, haben sich im Jahr 1990 einige Bauern zusammengeschlossen und angefangen, den Bananentransport und die Kommerzialisierung gemeinschaftlich zu organisieren.

Mittlerweile hat die Vereinigung 28 Mitglieder. Seit 2001 kauft die Gebana unsere Bananen, um sie zu trocknen und in Europa zu verkaufen. Eigentlich sollten wir den Trocknungsvorgang selbst übernehmen, doch damit gab es Schwierigkeiten. Zurzeit werden unsere Bananen von einem kleinen Unternehmen in einer naheliegenden Ortschaft getrocknet, aber wir möchten dies gerne wieder selber machen - so bleibt die Arbeit und der Ertrag im Dorf. Die Gebana hat uns ihre Unterstützung zugesagt und wenn alles gut geht, produzieren wir bald in Rio Verde.


Das Dorf Rio Verde

Ein Teil der Mitglieder der Associacao von Rio Verde

Versammlung der Vereinigung der Bauernkooperative

Antonio bei der Versammlung


Fairer Handel ist nicht leicht

Der faire Handel hilft uns, dass wir von unserer Arbeit leben können und wir hoffen, dass so auch die nächste Generation in der Gemeinde bleibt. Aber die Bürokratie für die Zertifizierung bereitet uns grosse Schwierigkeiten. In der Associação teilen wir uns die Arbeit auf, jeder übernimmt freiwillig einen Teil. Das führt allerdings dazu, dass niemand den Überblick hat. Auch die Kommunikation war lange ein Problem, da unser Dorf sehr abgelegen liegt, wir die Post in der Stadt abholen müssen und wir nur ein einziges öffentliches Telefon haben. Aber die Situation verbessert sich stetig, seit neuestem funktionieren hier Mobiltelefone und bald soll es auch einen Internetanschluss geben. Ich selbst bin Lehrer an der Dorfschule, meine Bananenpflanzung betreibe ich nebenbei. Dabei helfen mir meine Frau Maria und meine fünf Kinder. Ausser mein ältester Sohn Erasmo, der ist in die Stadt gezogen und arbeitet jetzt in Paranaguá im Hafen.


Bananenhain in Rio Verde

Bananenstaude

Die Vielfalt an Bananensorten hier ist gross. Sie haben Namen wie ‚Silberbanane’ und ‚Goldbanane’, ‚Schwarze’ und ‚Graue Banane’. Ausserdem gibt es die ‚Erdbanane’, die ‚Apfelbanane’ und die ‚Schelmbanane’. Angebraten, gekocht oder gestampft verwenden wir die verschiedenen Sorten bei der Zubereitung von Speisen. Allerdings schätzen viele Leute in unserer Gegend die Banane als Nahrungsmittel nicht sonderlich, wahrscheinlich weil sie im Überfluss vorhanden ist. Ich sehe das anders: Die Banane ist eines der nährstoffreichsten Lebensmittel überhaupt. Deswegen esse ich jeden Tag mindestens eine Banane roh.”

Die Bananenpflanzer Antonio (rechts) und Ademir zu Besuch bei der Gebana Brasil in Capanema

Die getrockneten Bio&Fair Bananen von der Bauernkooperative Rio Verde sind über den gebana bio&fair Direktversand erhältlich.

Mango aus Fairem Handel: Beitrag in CashTV

Am Sonntag 23. Novemeber 2008 strahlte CashTV auf SF2 einen Beitrag über gebana Afrique und die Mango Produktion der Bauernkooperativen Wouol und TON aus.