Archiv für Januar 2009

Aufgestelltes Büro-Team sucht dringend eine neue Bleibe

Wir suchen dringend ein neues Büro. Wer hat vielleicht einen Tipp?

Das neue Büro sollte eine Fläche von etwa 120m2 bis 150m2 haben und max. 320.-/m2/Jahr kosten.

Wir suchen in der Umgebung vom Hauptbahnhof Zürich.

Wir sind für jeden Tipp dankbar!

Tipps bitte direkt an s.brassel@gebana.com

Apéro und Zvieri mit Fair Trade-Rezepten

Letzten Mittwoch fand in Bern die Arbeitstagung “Impulse für Kirchenbasare” der Fachstelle OeME statt.

In diesem Rahmen führte ich eine Workshop durch, um bei einem Apéro oder Zvieri gezielt Produkte aus fairem Handel zu verwenden. Die Früchte dieses Workshops wurden den übrigen Tagungsteilnehmern zur Degustation angeboten, worauf sich viele für die Rezepte interessierten. So sollen die Rezepte auch einem breiteren Publikum nicht vorenthalten werden:

Apéro-Rezepte:

Datteln mit Mascarpone-Füllung
Curry-Popcorn
Za’tar-Gebäck
Mango-Senf-Dip
Bisap-Getränk

Zvieri-Rezepte:

Exotisches Früchtebrot
Frucht-Crème-Törtchen
Fair Trade-Brownies
Gebrannte Cashew
Mate cocido

Aus dem Leben eines Biobauern in Santa Izabel (Brasilien)

Es ist heiß an diesem Vormittag in Santa Izabel do Oeste, sehr heiß. Osvaldo Woicheowski ist gerade dabei, mit der Hacke seine Felder von Unkraut zu befreien. Das ist bei 37 Grad zwar mühsam, aber unumgänglich, denn Osvaldo baut biologisch an. Osvaldo und seine Familie leben in einem 13 km entfernten Städtchen, während der Woche arbeitet er jedoch auf dem Land, wo er den Kleinbetrieb der Eltern mittlerweile alleine führt. Die Mutter mache noch ein wenig Käse, der Vater kümmere sich um das Vieh, aber das Alter mache ihnen zunehmend zu schaffen, erzählt Osvaldo.

Osvaldo Woicheowski ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Santa Izabel do Oeste im Südwesten Brasiliens. Er hat sich vor zehn Jahren entschieden auf Biolandbau umzustellen und produziert seit einigen Jahren Soja, Mais, Bohnen und Weizen für die gebana Brasil. Er ist aktives Mitglied der ASSESOAR, einer brasilianischen NRO, die sich für die Belange der Bauern engagiert.

Die Hitze an diesem Tag ist nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit, wohl aber die Trockenheit der letzten Wochen. Der Klimawandel macht dem Biobauer Sorgen: „Wir haben der Natur soviel Gewalt angetan, nun müssen wir alle uns fragen, wo die Ursachen für diese Trockenperioden liegen und endlich Verantwortung übernehmen.”

Aufgrund des ausgebliebenen Regens haben die meisten Bauern in der Gegend Ernteverluste zu beklagen. Osvaldo kann dennoch lächeln: „Die Lage ist ernst, doch es ist nicht alles verloren und wir sind weniger betroffen als andere Familien. Es war damals die richtige Entscheidung, auf Biolandbau umzustellen.” Mit ernster Miene erzählt Osvaldo, dass diejenigen Nachbarn, die konventionelle und gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen gezwungen seien, mit Pestiziden zu arbeiten, die die Erde zusätzlich austrocknen und die Bauern zwingen, noch mehr dieser Mittel einzusetzen. Osvaldo kennt diesen „Teufelskreis”, wie er es selbst nennt, und ist froh, ihn hinter sich gelassen zu haben: „Die Entscheidung biologisch anzubauen, bedeutet für uns mehr Unabhängigkeit. Wir selber können bestimmen, was und wie wir anbauen, können selbstständig planen - und wir produzieren unseren eigenen Dünger! Alles in allem geht es uns besser; wirtschaftlich und gesundheitlich.” Er weiß aber, dass es vielen Bauern nicht leicht fällt biologisch zu produzieren, denn die Umstellung kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Dabei kritisiert er, dass vom Staat immer noch zu wenig in die biologische Landwirtschaft und in Familienbetriebe investiert wird. „Wenn wir als Kleinbetriebe und Biobauer überleben wollen, brauchen wir auch eine grundlegende Bildung in diesem Bereich”, gibt er zu bedenken.

Auf die Frage hin, wie er angesichts des ausbleibenden Regens in den letzten Wochen die Zukunft auf dem Land sieht, erzählt er, dass er in den nächsten Monaten hierhin zurückziehen wird: „Die nächste Stadt ist nur wenige Kilometer entfernt und meine Töchter können es kaum erwarten, wieder auf dem Land zu leben. Es wird schon alles gut gehen und diese Woche soll es auch wieder regnen. Hier sagen wir, der Regen kommt nie zu spät.” Und tatsächlich: Seit einigen Tagen regnet es wieder im Südwesten Paranás.

       

Kürzlich wurde ich von einer Kundin am Telefon gefragt, ob denn die Datteln wirklich direkt vom Bauern - inklusive Wüstensand -  in die Schweiz kommen. Ganz so direkt läuft dies natürlich nicht. Schliesslich ist die Qualitätskontrolle von grosser Bedeutung. So gelangen die Datteln erst einmal in die Verarbeitungszentrale der gebana Maghreb in Kebili. Dort werden die Datteln nach ihrer Qualität sortiert: Jede Rispe wird überprüft und schlechte Datteln werden von der Rispe entfernt.


Qualitätskontrolle und Sortieren der Datteln

In einem weiteren Schritt werden die Datteln gewaschen und anschliessend wieder getrocknet durch eine leichte Erhitzung. Es kommen jedoch keinerlei Zusatzstoffe zur Anwendung. Die Rispendatteln werden nach diesen Schritten abgepackt - in die Ihnen bekannte 5kg-Schachtel.
Je nach Kundenwunsch werden die Datteln in Kebili auch entsteint.


Waschen der Datteln                   Entsteinen der Datteln

Dattelernte - Teil 2 meiner Tunesienreportage

Die Dattelernte in Tunesien war bei meinem Besuch in vollem Gange. Eine bedeutende Frage war dabei wie jedes Jahr die Dattelqualität; denn diese lässt sich nur beschränkt von den Bauern beeinflussen. Viel ist von den Wetterbedingungen abhängig. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Luftfeuchigkeit: Gibt es zu heisse Wetterphasen, wird die Dattelernte trockener als gewünscht - trotz regelmässiger Bewässerung. Auch der Standort ist von Bedeutung. Nahe vom Meer kann man keine guten Datteln ernten.
Fällt kurz vor der Ernte Regen hat dies ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Dattelqualität. Um die Datteln zu schützen, werden sie daher mit Plastik umhüllt.


Dattelernte                       Plastiksäcke zum Schutz der Datteln

Bewässerung der Dattelpalmen

Wichtig ist auch die Bewässerung. Die Zuteilung des Wassers für jeden Landbesitzer ist klar geregelt und zwar in Zeiteinheiten, in denen das Wasser in eine Parzelle fliesst. In der Oase Derjine hat jede Parzelle von 0.5 h Grösse Anrecht auf 6 Stunden Wasser in 12 Tagen. Dabei verfügt die Oase über drei Brunnen und ist somit in drei Wassersektionen aufgeteilt.


Bewässerung in der Oase

Um eine wirkungsvolle Verteilung des Wassers innerhalb einer Parzelle vorzunehmen, instalieren die Bauern Kanäle und Wannen aus Plastik. Saleh ben Saleh und Saleh ben Masaoud Hmid hoffen beide, dass sie dank der Zusammenarbeit mit gebana in ein derartiges Bewässerungssystem investieren können.


Saleh ben Saleh               Saleh ben Masaoud Hmid

Leben in der Datteloase - Teil 1 meiner Tunesienreportage

Auch ich hatte als Praktikantin bei der gebana die Gelegenheit, die Dattelernte in Tunesien live zu erleben. Nebst der Unterstützung eines Filmteams, führte ich dabei einige Kurzinterviews mit Dattelbauern.


Kurzinterview mit Mohamed Hweta

Die Erfahrungen, die ich bei meinem Aufenthalt in Tunesien machen durfte, bilden die Grundlage, der drei nächsten Dattel-Berichte.

Die Datteln bestimmen das Leben in der Oase. Doch unter den Dattelpalmen wird der Boden zum Anbau weiterer Produkte für die Subsistenzwirtschaft genutzt. Neben Granatäpfel-Sträuchern werden beispielsweise Tomaten, Paprika und Weizen angepflanzt. Eine Düngung des Bodens wird durch den Mist der Schafe und Ziegen vorgenommen. Letztere kommen übrigens auch in den Genuss von Datteln - eine gute Verwertung von Datteln schlechter Qualität.


Zum Anbau vorbereiteter Boden.   Datteln, die als Tierfutter verwendet werden.

Bei unserem Besuch in der Oase Derjine wurden wir mit einem Festmahl in der Oase verwöhnt. Unter anderem kamen wir in den Genuss eines Wüstenbrotes: Dieses wird zum Backen unter der Glut des Feuers begraben.


Vorbereitung des Wüstenbrotes

Schutzwallbau mit Fairtrade-Prämie

Die Oase Derjine erhielt vor kurzem die Fairtrade-Zertifizierung. In einer Generalversammlung wurde bereits darüber diskutiert, wofür die Fairtrade-Prämie verwendet werden soll.

Die Fairtrade Labelling Organization (FLO) gibt die internationalen Kriterien für die Fairtrade-Zertifizierung vor. Eine Besonderheit von Fairtrade stellt die Fairtrade-Prämie dar. Es handelt sich dabei um einen je nach Produkt festgelegten Aufpreis, der an die Kooperative ausbezahlt wird. Über deren Verwendung entscheidet die Mitgliederversammlung der Kooperative.

Nebst der Unterstützung armer Familien und dem Ausbau des dorfeigenen Kulturzentrums soll die Fairtrade-Prämie in den Bau eines dritten Schutzwalls gegen den Wüstensand investiert werden. Hierzu wird ein Windschutz aus Palmblättern gefertigt, durch welchen Wind und Sand aufgehalten werden. Mit der Zeit wächst der angewehte Sand zu einem Wall; der Palmblatt-Schutz wird begraben. Etwa alle 1,5 Jahre muss ein neuer Palmblattschutz auf den Kamm der so entstandenen Sanddüne gebaut werden.


Schutzwall vor der Oase Derjine

10 Jahre Public Eye in Davos

Am 28. Januar 2009 feiern die Public Eye Awards ihr 10-jähriges Jubiläum. An der Davoser Gegen-Gala zum Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) erhalten die ökologisch oder sozial unverantwortlichsten Konzerne wieder einen der berühmt-berüchtigten Schmähpreise. Die Organisatoren fordern damit rechtlich bindende Regeln für transnationale Konzerne.

Zugleich wird erstmals der mutigste Mitarbeitende für vorbildliches Engagement in seiner Firma geehrt. Und auf www.publiceye.ch kann jeder mitbestimmen, wer als übelster Konzern den Publikumspreis 2009 gewinnt. Stimmen auch Sie ab vom 15. bis am 27. Januar.

Der aktuelle «Bond-Bösewicht» Anatole Taubman moderiert den WEF-kritischen Traditionsanlass, den die Erklärung von Bern neu gemeinsam mit Greenpeace Schweiz organisiert. Für die Eröffnungsreden konnte der deutsche Polit-Doyen Heiner Geissler sowie SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer gewonnen werden. Für satirische Einlagen sorgen Beat Schlatter und Patrick Frey.

Weitere Informationen unter http://www.publiceye.ch/de/p63000139.html

Burkina Faso an der grünen Woche

Das Land Burkina Faso stellt sich erstmals an der grünen Woche in Berlin vor. 12 Unternehmen aus Burkina Faso präsentieren sich mit ihren kostbaren Rohstoffen und Produkten - u.a. auch die gebana Afrique. Sie zeigt dem interessierten Publikum ihre Produkte wie getrocknete Mango, Ananas und Cashewnüsse.

Die Grüne Woche in Berlin finden statt vom 16. bis 25. Januar 2009. Sie finden den Stand von Burkina Faso in Halle 18, Stand E02. Alle Informationen zur Messe und zum Programm unter www.gruenewoche.de
Weitere Informationen zum Stand von Burkina Faso: Einladung an die grüne Woche