gebana Brasil ausgezeichnet!

Übergabe des Oikocredt Awards.Die gebana Brasil erhielt einen Oikocredit-Award als herausragendes Projekt ausgezeichnet. Neben einem Kunstgegenstand durfte sie eine Prämie von 5000 USD in Empfang nehmen.

Am 9. Juni 2010 nahm Janine Rossmann (Quality Department gebana Brasil) an der Generalversammlung von Oikocredit teil, um die gebana Brasil den dort Teilnehmenden vorzustellen. Oikocredit ist eine international tätige Genossenschaft mit Hauptsitz in Holland. Ihr Ziel ist die Entwicklungsförderung durch Kreditvergabe an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und kleine Unternehmen benachteiligter Geschäftsführer César Coluss mit der AuszeichnungMenschen in Entwicklungsländern sowie die Mobilisierung von kirchlichem und privatem Kapital für solche Projekte. Oikocredit ist ein langjähriger Partner der gebana AG und hat im Jahr 2007 einen Kredit über 100′000 USD für den Ausbau der Sojalezithinanlage der gebana Brasil bewilligt.

Im Rahmen der Oikocredit Generalversammlung wurden 3 Awards für herausragende Projekte vergeben. Die Projekte mussten unter anderem folgende Kriterien entsprechen:

  • Der Kredit muss vor mehr als 18 Monaten vergeben worden sein und die Rückzahlungen sowie die Monitoring Reports müssen innerhalb der vorgegebenen Zeitlimiten erfolgt sein.
  • Das Projekt muss sozial verantwortlich handeln und dies muss durch Besuche oder Berichte der lokalen Niederlassung von Oikocredit nachgewiesen worden sein.
  • Das Projekt soll im Bereich der Biologischen-, Umwelt- oder Abfallbilanz eine aktive Rolle übernehmen. Dieser Nachweis kann zum Beispiel durch die Bioproduktion erfolgen. Diese zeigt eine Nachhaltigkeit auf, welche auch zukünftigen Generationen erlauben wird, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen.

Oikocredit bei gebana BrasilNach einem Firmenrundgang und der Übergabe des Awards an den Geschäftsführer, Cesar Colussi, ging es zum Artesanato. Dies ist ein lokales Geschäft, welches Produkte verkauft, die in der Region hergestellt worden sind (Handarbeiten, Nahrungsmittel und Cachaça).

Anschliessend stand noch ein gemeinsames Mittagessen mit Produzentenfamilien auf dem Programm und der Besuch beim gebana Bauern Alberto Fritzen. Die Besucher von Oikocredit haben den Tag sehr genossen und sind mit vielen Eindrücken und interessanten Gesprächen direkt mit unseren Produzenten nach Hause in Ihre Heimatländer gereist.

O-Töne zur WM aus Südafrika

Was bedeutet die Weltmeisterschaft eigentlich für SüdafrikanerInnen? Wir haben die KünstlerInnen von Rootz Creationz in Durban und StreetWires in Kapstadt gefragt:

Mitarbeiter von Streetwires“In letzter Zeit gab es mehrere Fussball-Initiativen für Jugendliche in den Townships und auf dem Land. Das ist positiv, denn Sport hält die Jugend von Drogen, Alkohol und Kriminalität ab. Die WM im eigenen Land gibt den Jungen Mut und Motivation.”

“Wir alle haben Hoffnung in die Weltmeisterschaft - dass sie ein grosser Erfolg wird und dass die Besucher sich amüsieren und eines Tages zurückkommen Kunsthandwerk von Streetwiresnach Durban und Südafrika.”

“Manche von uns haben an einem grossen Gebet aller Kirchen teilgenommen, um für den Erfolg der Weltmeisterschaft zu beten.”

“Ein Fussballspiel mit Vuvuzelas mit zu erleben ist eine wahnsinns Erfahrung. In der Menge gibt es die erfahrenen Spieler, welche die Menge anführen. Die weniger erfahrenen folgen dem Spiel oder antworten darauf. Die Energie, die die Vuvuzelas ins Spiel bringen, ist einzigartig!”

“Dank der Weltmeisterschaft konnten wir unsere Produktion erhöhen. Wir machen Überstunden und arbeiten 6 Tage pro Woche - natürlich bezahlt. Ausserdem konntenKünstlerinnen von Rootz Creationz mit ihren  Vuvuzelas sechs junge Frauen ins Projekt aufgenommen werden. Wir werden unsere Produkte auf einem Markt am Strand von Durban während der WM verkaufen - hoffentlich haben wir genug Lagerbestände produziert!”

Bestellen Sie hier die Produkte von Rootz Creationz und StreetWires

Um auf den internationalen Tag des Fair Trade Frühstücks aufmerksam zu machen, wurde unter anderem ein ein Flashmob . Dieser Tag lief im Rahmen der Aktion „Fair Trade Breakfast”, die vom 19. April bis zum 23. Mai durchgeführt wird und von den verschiedensten Firmen und Organisationen unterstützt wird. Weitere Infos zu dieser Aktion erhalten Sie unter www.fairtradebreakfast.ch.

Die Vorgaben für den Flashmob waren simpel: Besammlung am Samstag, 8. Mai um 11.00 in der Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs Zürich. Nachdem das Signal (in unserem Fall eine Trillerpfeife) ertönt, setzen sich alle Teilnehmer um die aufgestellte Kaffeetasse und Frühstücken für 5 Minuten, selbstredend mit fair gehandelten Zutaten.

Schon am Freitagabend trafen sich zwei gebana-Mitarbeiterinnen zum gemeinsamen T-Shirt-Gestalten, damit das anwesende gebana-Team, inklusive des erfreulicherweise zahlreich vertretenen Nachwuchses, einheitlich auftreten kann.

Am Morgen des 8. Mai beim Treffpunkt angekommen, mussten wir uns zuerst orientieren. Es hatte im Aufruf geheissen, dass wir uns bei der Kaffeetasse versammeln, welche wir aber vergebens suchten. Schon bald aber waren alle Spekulationen vergessen. Denn kurz nach 11.00, noch vor dem Signal, konnte man die ersten Decken erblicken, welche inmitten der grossen Bahnhofshalle ausgelegt wurden und dem Überaschungsmoment ein wenig die letzte Spannung raubten. Beim Ertönen der Trillerpfeife hatten sich schon viele hingesetzt, sicherlich auch im Wissen, dass 5 Minuten sehr kurz werden könnten für ein ausgiebiges Frühstück, was sich später auch bewahrheiteten sollte.

Unsere dreizehn-köpfige gebana-Truppe, klar erkennbar durch die gelben T-Shirts, setzte sich in kreisförmiger Anordnung auf die mitgebrachten Decken. Schnell waren die Zutaten ausgepackt und es wurde alles verteilt und geteilt. Ein kleiner Auszug der Produkte: Quinoa Müesli, warmer Kaffee, Orangensaft, Reiswaffeln mit Schokobrotaufstrich (klarer Favorit der jüngeren Generation), Bananen,…
Kaum hatten wir uns eingerichtet, die ersten Bissen verzehrt und zwei, drei Schlücke Kaffee getrunken, ertönte wiederum die Trillerpfeife und wir wurden aus dem gemütlichen Frühstücks-Traum in die Realität der hektischen Hauptbahnhofsstimmung zurückgeholt. Die Decken wurden verpackt, die Zutaten versorgt und die Nutella-Mäuler geputzt.

Zusammenfassend kann man den Anlass meiner Meinung nach als sehr gelungen einstufen. Er erreichte niemals die Popularität einiger vorangegangener Flashmobs. Bedingt war dies hauptsächlich durch zwei Faktoren: Samstagmorgen schlafen viele Leute noch aus und im Hauptbahnhof ist noch nicht so viel los, zweitens ist der Anlass nicht für viele Jugendliche interessant, die als Haupt-Zielpublikum für Flashmobs gelten. Doch es hat uns Spass gemacht, doch in einige verdutzte Gesichter zu schauen. Es haben es sicher alle genossen, mal in einer etwas unüblichen Atmosphäre zu frühstücken.

Was ist ein Flashmob?

Übers Internet - meist Facebook, da sich dieses besonders gut eignet - werden Leute zusammengetrommelt, welche sich an einem bestimmten Tag an einem gemeinsamen Ort treffen. Sobald nun das im Voraus abgemachte Signal ertönt, spielen alle Beteiligten ein Sujet bzw. zeigen ein gleiches Verhalten, das je nach Motto variieren kann. Es kann dies ein „Freeze” sein (alle frieren in Ihrem momentanen Bewegungsablauf ein und bewegen sich nicht mehr weiter), ein kollektives „sich-auf-den-Boden-setzen”, ein gleichzeitiges Telefonat aller Beteiligten über dasselbe Thema, und vieles mehr. Interessant daran ist, dass sich die Teilnehmer oftmals vorher nicht kennen, sie erhalten dadurch aber einen Zusammenhalt, können zusammen etwas bewegen und somit ein Zeichen setzen. Dies nennt die moderne Sprache einen Flashmob (auf deutsch etwa aufgewiegelte Volksmenge).

Zu Ostern konnten unsere Schweizer KundInnen ein Bio-Lamm von der Familie Flepp aus Curaglia im Bündnerland bestellen. Bauer Marius Flepp berichtet von der Zusammenarbeit:

Biohof Flepp, Curaglia

Anfangs Jahr wurde ich angefragt ob ich interessiert wäre, meine Biolämmer als Osterlämmer über die Gebana Zürich zu vermarkten. Zuerst musste ich mir Klarheit verschaffen und mich orientieren was hinter den Namen „Gebana” steht. Ein kurzer Besuch auf die Hompage, und mir war klar, dass Gebana eine gute und seriöse Organisation ist. So stimmte ich der Anfrage gerne zu. Kurz darauf besuchte Simon Brassel unseren Betrieb um die Herkunft der Lämmer kennenzulernen.

Das Organisatorische verlief schnell und reibungslos. Die Zusammenarbeit mit Gebana war angenehm und sehr professionell. Bio und fair wird nicht nur propagiert, sondern auch gelebt. Um den Kunden gerecht zu werden, wurden wir durch Sandra Dütschler auf jedes kleinste Detail aufmerksam gemacht. Gebana organisierte die Bestellungen, stellte das Verpackungsmaterial, Adressen und Frankatur zur Verfügung, was uns die Arbeit sehr vereinfachte.

Lämmer der Familie Flepp

Dieses neue Angebot fand bei den Kunden von Gebana grossen Anklang und so wurden wir, sehr zu unserer Freude, von der Anzahl Bestellungen regelrecht überrumpelt. Da der Dorfmetzger in der Osterwoche nicht so viel Kapazität hatte, mussten wir einen Teil der Bestellungen um eine Woche vordatieren. Zum Glück waren einige Kunden damit einverstanden. Leider klappte diese erste Sendung nicht überall optimal. Die Poststelle in Curaglia, die um solche Aufträge froh ist, hat die Pakete sehr sorgfältig verladen. Doch leider war dies in der Verteilzentrale nicht immer der Fall. Einige Etiketten wurden offenbar zerrissen, was die rechtzeitige Auslieferung verzögerte. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Nachdem Gebana mit der Post nochmal Kontakt aufgenommen hat, klappte die zweite Sendung zu unserer Zufreidenheit.

Familie Flepp

An diesem Projekt hatten wir grosse Freude, sind um einige Erfahrungen reicher geworden und hoffen, dass auch die Kunden mit unserem Lammfleisch zufrieden sind. Herzlichen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüssen Familie Marius Flepp

Lotti und Josef Stöckli drehen derzeit einen Dokumentarfilm über den Sojaanbau in Brasilien. Dazu haben Sie im März die gebana Brasil und einige Bio-Sojabauern besucht. Dabei entstand das nachfolgende Interview über ihren Film und ihre Arbeit in Capanema.

Die Filme von Lotti und Josef Stöckli haben immer einen sozialen Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die am Rande leben, sich dabei jedoch für ein besseres Leben einsetzen und nicht dem Fatalismus verfallen sind. Das letzte Werk der Stöcklis ist eine Dokumentation über den Kampf der Landlosen in Brasilien. Der Film wurde am Internationalen Nord-Süd-Filmfestival in Genf ausgezeichnet und von verschiedenen europäischen Fernsehsendern ausgestrahlt.

1. Lotti und Josef Stöckli, was ist eure Filmidee?

Wir werden jetzt in der Erntezeit verschiedene Soja-Anbaugebiete Brasiliens besuchen, kleine und grosse. Der biologische Anbau wird ebenso thematisiert wie der gentechnische und der konventionelle. Und dann sollen auch Gegner und Befürworter des RTRS (Round table for sustainable Soy) zu Wort kommen. Welche Botschaft am Schluss im Zentrum steht und wo die Prioritäten gesetzt werden, kann jetzt noch nicht schlüssig gesagt werden, da die Dreharbeiten eben erst begonnen haben.

2. Welche Wichtigkeit hat für euch die Soja-Thematik?

Soja ist eine Wunderbohne, hat aber leider viele Schattenseiten, ökologisch und sozial. In Brasilien wird heute bereits 1/3 der gesamten Ackerfläche mit Soja bebaut, insgesamt etwa 21 Mio ha, und es sollen in den nächsten Jahren noch einige Millionen ha dazukommen. In der Schusslinie sind vor allem der Cerrado und das Amazonasgebiet. Die Sojaexpansion aber führt immer mehr zu Landkonflikten, Vertreibungen und illegaler Landnahme. Die Bodenkonzentration nimmt zu, der Primärwald wird abgeholzt, Tiere und Pflanzen verschwinden. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln geht zurück, die Preise steigen, die lokale Bevölkerung hat das Nachsehen.

Die Schweiz importiert jährlich etwa 250 000 Tonnen Soja für die Herstellung von Futtermitteln, fast alles kommt aus Brasilien. Der Konsument will Fleisch und Eier essen, die nicht gentechnisch vergiftet sind und der brasilianische Soja erfülle diese Voraussetzungen, heisst es. Ob das stimmt ist aber mehr als fraglich: Fachleute sagen, dass im Matto Grosso bereits die Hälfte der Produktion Gen-Soja ist und in Rio Grande do Sul seien es schon über 90%. Im Film soll auch ein Bezug zu den Importländern, u.a. die Schweiz, hergestellt werden.

3. Wie habt ihr die Soja-Produktion der hiesigen Kleinbauern erlebt?

Filmisch konzentrieren wir uns auf die Arbeit eines einzigen Produzenten. Es ist ein Bio-Kleinbauer, der im Gegensatz zu den meisten anderen noch mit der Sichel schneidet. Er bezieht die Samen von der gebana und benützt eine Dreschmaschine, die er nicht an andere Bauern ausleiht. Bei der Ernte hilft die ganze Familie mit und das Jäten erfordert sehr viel Zeit. Was der Gensoja-Produzent mit seinem Glyphosat in einer Stunde an Unkraut vernichtet, dafür braucht der Kleinbauer eine ganze Woche. Er nimmt diese Mehrarbeit gerne auf sich. So stellt er sicher, dass sein Soja nicht genverseucht ist, der Boden bleibt fruchtbar, sein Soja hat eine hohe Qualität und er bekommt einen guten Preis dafür.

4. Was hat euch hier in Capanema am meisten beeindruckt?

Wir sind beeindruckt von der guten Zusammenarbeit zwischen der gebana und den Soja-Kleinbauern. Wir haben verschiedentlich gehört, dass die Institution gebana für sie eine grosse Hilfe ist. Die kleinen Produzenten schätzen es sehr, dass ihre Anliegen ernst genommen werden, dass man ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und dass sie für ihre Produkte und für ihre Arbeit gerecht entlöhnt werden.

5. Möchtet ihr am Schluss noch etwas anmerken?

Ja, wir möchten der Gebana ganz herzlich danken für die spontane Bereitschaft, uns bei den Dreharbeiten behilflich zu sein. Ohne die permanente Unterstützung und Begleitung wäre die filmische Arbeit nicht möglich gewesen.
Und noch dies: Meinungen, Hinweise und Vorschläge für unser Soja-Filmprojekt sind sehr willkommen: stockli@gmx.ch

„Die ganze Familie war damals mit Hab und Gut neun Tage lang auf der Ladefläche eines Lastwagens unterwegs”, erzählt Deuclides Peraro über die Reise seiner Familie aus dem südlichen Bundesstaat Santa Catarina in die Region Capanema, Brasilien. Das war 1955, heute braucht man noch wenige Stunden für dieselbe Strecke.

Der 60-jährige Deuclides sitzt zusammen mit seinen beiden Brüdern Dilço (62) und Dilo (58) in der schattigen Veranda seines Hauses, die drei erzählen aus ihrem Leben. Die Brüder wohnen zusammen mit der jüngsten Schwester noch immer in der Gegend, in die sie als Kinder mit ihren Eltern kamen und betreiben hier Landwirtschaft. Unweit voneinander angesiedelt, arbeiten alle drei seit den Anfängen mit der gebana Brasil zusammen. Umgestiegen auf biologischen Landbau sind sie aber bereits vor 15 Jahren, als die erste Firma nach Capanema kam, die mit biologischem Soja handelte. Dilo erinnert sich noch gut: „Wir wurden ausgelacht, weil wir uns diese Mehrarbeit auf dem Feld aufhalsten”.

Auswandern, weiterwandern
Doch Anstrengungen scheuen die Peraros nicht. Die geschilderte Reise nach Capanema war nicht die erste und bei weitem nicht die beschwerlichste in der Familiengeschichte. Deuclides zeigt auf das mit Kohle gemalte Portrait eines Ehepaars, das im Wohnzimmer hängt: Es sind die Grosseltern, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft aus Norditalien nach Brasilien ausgewandert sind.
Die Weiterreise in den 1950er Jahren unternahm die Familie um von einem staatlichen Kolonisierungsprogramm zu profitieren, das kostenlos Ländereien an Siedler übergab. Das Land war damals noch mit Urwald bedeckt, den die Kolonisten in mühsamer Handarbeit roden mussten. Wie es damals hier ausgesehen hat, zeigt ein Blick auf die andere Seite des kaum anderthalb Kilometer entfernten Iguaçufluss: Dank dem Nationalpark ist der ursprüngliche Wald dort bis heute erhalten geblieben. „Wenn der Tiger im Wald brüllte, sammelte uns der Vater im Haus um sich, um uns zu beschützen”, erzählt Dilço. Man habe Feuer entfacht und die Hunde losgelassen, um die Tiere zu verscheuchen. „Tiger” wird im Volksmund der Jaguar genannt, der heute nur noch im Nationalpark lebt.

Mit acht Litern Milch zur Schule
Angebaut wurde zunächst nur für den Eigenverbrauch, erst später begann die Familie Milch und Schweinefleisch sowie Mais und Soja zu verkaufen. „Unsere Mutter hatte uns spezielle Westen genäht, mit denen wir auf dem Rücken und vor dem Bauch je drei Liter Milch in die Stadt mitnehmen konnten, wenn wir zur Schule gingen”, erinnert sich Deuclides, „einen weiteren Liter nahmen wir in jede Hand.”
Als die Mutter 1965 mit dem zehnten Kind schwanger war, starb Vater Peraro. „Von da an war unsere Mutter mit uns allein. Trotzdem entschied sie sich, auf dem Land zu bleiben”, erzählen Deuclides, Dilço und Dilo nicht ohne Stolz. Und trotz harter Zeiten ist die Frau bis heute geblieben: Zusammen mit ihrer jüngsten, behinderten Tochter lebt die heute 89-Jährige bei Deuclides und seiner Frau Salete, die sie liebevoll pflegen.

O-Ton aus Togo

Am 5. Februar 2010 haben wir von unserem Mitarbeiter in Togo folgende Zeilen mit dem Betreff “…ein typischer morgen in togo” erhalten

… ich wache auf durch beissenden rauch im zimmer, nebenan verbrennen sie wieder mal abfall. ok, aufstehen. super, kein Strom (später lerne ich, dass es für stunden keine strom geben wird und es auch nächste woche mit stromaufällen weitergehen wird). duschen? na ja, kein wasser, hole mit dem eimer wasser vom garten in den 2. stock.

ab richtung arbeit, auto springt nicht an, nachbarn helfen beim anstossen, hoffe nur dass ich am abend wieder nach hause komme. gut, ab zum beck, gipfeli… der hat aber kein wechselgeld auf 10 stutz, also gibt es nur brot zum frühstück.
dann weiter zur bank, hier gibt es ja keine bankautomaten, weshalb geld abheben jedes mal eine big operation ist. 30 leute am anstehen, geschätzte wartezeit über 1h, geh gleich wieder.

ankunft im büro, heute hat es seba geöffnet, nicht wie vorgestern, als ich nicht reinkonnte. natürlich immer noch kein strom… dh auch kein ventilator in der bruthitze. abgesehen vom strom gibt es auch internet nur sporadisch, gestern abend ist zudem das natelnetz zusammengebrochen.
sitze nun auf der terrasse, mal schauen wie lange der akku vom laptop hält…

…also …deshalb ist es halt hier nicht immer so effizient ha ha. lg andreas

Zum Glück bleibt Andreas auch in solchen Situationen cool und lässt sich seine Freude an der Arbeit nicht nehmen. Von hier aus wünschen wir ihm viel Ausdauer für die alltäglichen Pannen in Togo.

Kinderarbeit und Sklaverei auf Kakaoplantagen

Immer wieder wurde in der Vergangenheit über unmenschliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakaoplantagen berichtet. Die Alternative dazu ist Kakao aus fairem Handel, der Marktanteil von Fair Trade Schokolade ist jedoch noch verschwindend klein.

Durch die Kritik von Seiten verschiedener Organisationen, Medien und Öffentlichkeit unter Druck geraten, müssen sich langsam aber sicher auch die “grossen” unter den Schokoladeherstellern Gedanken darüber machen, woher sie ihren Kakao beziehen. Hoffen wir, dass sie dies auch tatsächlich tun.

Die Sendung Kassensturz auf SF1 sendete am 1. Dezember 2009 einen Beitrag über Kindersklaven in der Côte d’Ivoire. Sehen Sie den Fernsehbeitrag oder lesen Sie eine Zusammenfassung davon.

Stoppt den unfairen Handel

Unter diesem Titel organisieren die beiden kirchlichen Hilfswerke Fastenopfer und Brot für Alle gemeinsam ihre diesjährige Kampagne. Dass über eine Milliarde Menschen auf der Welt noch immer zu wenig zu essen haben und damit vom Recht auf Nahrung ausgeschlossen sind, ist für die Veranstalter der Anlass, das Thema aufzugreifen. Diverse Veranstaltungen sowie konkrete Aktionen sollen auf die Thematik der (Un-)Fairness im globalen Handel aufmerksam machen.

Hier erfahren Sie mehr über die Ökumenische Kampagne 2010.

Ici vous trouvez plus d’informations sur la Campagne Oecumenique 2010.

Bei den Dattelbauern am grossen Salzsee

Lesen Sie hier den Beitrag des Journalisten Stefan Hartmann von seinem Besuch bei den Dattelbauern der gebana Maghreb, der vor Weihnachten in der Zeitschrift Bioterra erschienen ist.